Entgegen allen Unkenrufen: Das 7. Dessauer Simsonrennen im September 2015 findet statt. Über den Ursprung der Traditionsveranstaltung, den Reiz des Motorengedröhns und das Vorbereitungsteam sprach Helga Räßler für die Volksstimme mit Initiator und Organisator Jens Freimann.

Volksstimme: Herr Freimann, die 6. Auflage des legendä- ren Simsonrennens war noch nicht vorbei, da kursierte die Nachricht vom Ende der Veranstaltung. Stimmt das?

Jens Freimann: Nein, auf keinen Fall. Auch im September 2015 gehen die Simsons auf die Sennpiste in Dessau. Der genaue Termin hängt noch von den Profis der Landesklasse ab, die wir wieder dabeihaben wollen. Ansonsten haben die ersten Vorbereitungen schon begonnen.

Wo liegt der Ursprung für das Event?

Als ich vor gut sechs Jahren meine Hauseinweihung feierte in der Garage hatten wir - einige Dessauer und ich - die zündende Idee, mit alten und neueren Simsonmopeds eine Show auf dem Acker zu veranstalten. Einige sind früher selbst Motocross gefahren.

Was macht den Reiz aus?

Es ist das tolle Flair mit all den tausend Leuten mitten auf dem Acker den ganzen Tag Party zu machen. Das schweißt zusammen. Man trifft da welche, die man das ganze Jahr sonst nicht sieht. Aber die Hauptsache sind natürlich die Maschinen selbst, die sind so geil! Das gibt Gänsehautgefühl, wenn die Motoren dröhnen, wenn man selbst fährt oder wenn man die Profis bei extravaganten Stunts beobachten kann. Oberste Priorität hat trotzdem auf jeden Fall die Sicherheit.

Aber Sie selbst steigen nicht mehr auf eine Simson?

Wenn man Veranstalter ist, geht das nicht. Ich muss alles im Auge haben. Aber in meiner Freizeit, wenn der Fall mal eintritt, drehe ich gern eine Runde auf meiner Harley.

Wie schaffen Sie es neben Firmenleitung und Familie solch eine Großveranstaltung auf die Beine zu stellen?

Ich allein schon mal gar nicht. Das geht nur mit einem engagierten und zuverlässigen Team, in dem jeder seinen Job macht. Da hat inzwischen jeder sein Spezialgebiet, ob das am Start ist, bei den Streckenposten oder an der Technik.

Wird es auch wieder die Flugshow geben?

Ja sicher. Ich glaube es ist zumindest landesweit einmalig, dass es neben einer Motorrennstrecke eine Flugzeuglandebahn gibt. Das Angebot der Flieger um Hobbypilot Burkardt Franke kommt super bei den Besuchern an. Eine Runde über den Platz zu fliegen, ist fast schon ein Muss.

Was soll aus dieser hellblauen Simson-Schwalbe werden, die Sie gerade fürs Foto aus dem Lager geholt haben?

Die ist Baujahr 1974 und wird, wenn es wie geplant läuft, beim 7. Simsonrennen den Besitzer wechseln. Wer aus dem Publikum sie erringt, wird sich dann zeigen.

Eine Frage sei erlaubt zu einem anderen Großereignis, das Sie 2013 übernommen haben: Das 10. Arendseer Lichterfest fiel in diesem Jahr aus. Was ist damit 2015?

Ich habe es abgesagt wegen der Überschwemmung der Bleiche durch die starken Gewittergüsse. Die Festwiese war zu nass. Aber es soll wieder ein Lichterfest geben, allerdings nicht mehr unter meiner Regie. Ich werde mich auf nur noch eine Festivität konzentrieren.