Bewegung spielt im Leben von Gabriele Klammer eine große Rolle. In ihrer Freizeit leitet die 51-Jährige die Frauen- und Seniorensportgruppe des Brunauer Vereins und trainiert mit Kindern. Dafür erhält sie den Blumenstrauß des Monats Dezember.

Brunau l Sport wird in Brunau groß geschrieben. Denn im örtlichen Verein sind vom Kind bis zum Rentner alle Altersgruppen vertreten. Sie spielen Fußball, Volleyball, Tischtennis oder belegen Aerobic- und Zumbakurse. Auch Gabriele Klammer leistet einen großen Beitrag. Dabei war Sport zunächst für sie kein Thema gewesen. Im Gegenteil, erzählt die 51-Jährige. Damals in der Schule sei sie wegen ihres Handicaps vom Sportunterricht teilbefreit gewesen. Ihr rechter Fuß bereitet ihr bis heute Probleme.

Und trotzdem hat sich Gabriele Klammer dem Sport verschrieben. Im Brunauer Verein leitet sie seit vielen Jahren die Frauen- und die Seniorensportgruppe. Um diese Aufgabe zu bewältigen, hat sie sogar den Übungsleiterkurs im Breitensport belegt. Das habe sich aber eher durch Zufall ergeben, erinnert sie sich.

49 Mitglieder in zwei Sportgruppen

Als Gabriele Klammer 1992 von Magdeburg zurück in ihren Heimatort Brunau zog, trat sie in den Sportverein ein. Die damalige Leiterin der Frauensportgruppe habe ihr dann kurze Zeit später ihre Aufgabe "aus heiterem Himmel" übertragen, erzählt die 51-Jährige. Seit 1995 trainiert sie die Frauen einmal in der Woche in Aerobic und Stepaerobic. Mittlerweile zählt die Gruppe 29 Mitglieder. 2001 sei dann auf Wunsch der älteren Vereinsmitglieder die Seniorensportgruppe entstanden. Für die Frauen und Männer ab 60 Jahre bereitet Klammer spezielle Spiele, Relax- und Gymnastikübungen vor.

Dabei turnt sie natürlich selbst mit. Denn einfach nur zusehen und Kommandos erteilen, sei nicht ihre Welt. Und dass sie ihre Aufgabe offensichtlich gut mache, beweise die Resonanz auf ihre Kurse. Denn im Durchschnitt kommen bis zu 13 Mitglieder zum Sport, erzählt die Brunauerin. Das habe vor einigen Jahren noch anders ausgesehen. Da habe sie sogar mit dem Gedanken gespielt, ihr Amt abzugeben, weil sich kaum Interessenten für die Gruppen gefunden hätten. Doch das habe sich dann schlagartig geändert. Mittlerweile ist die Seniorensportgruppe auf 20 Mitglieder angewachsen. Für ihre Sportler organisiert Klammer jedes Jahr die Sommer- und Weihnachtsfeier.

Auch zur örtlichen Seniorengruppe hat sie einen guten Draht. Dort veranstaltet sie einmal im Jahr eine Sportvorführung, auf die die Senioren sich immer sehr freuen würden. Gabriele Klammer zeigt ihnen einfache Übungen für zu Hause, mit denen sie sich im Alter fit halten können. Für sie gestaltet Klammer auch die Umlaufzettel für die anstehenden Veranstaltungen, zu denen sich die Mitglieder anmelden können. Das habe sich eher zufällig durch ihre Nachbarin ergeben, die sie eines Tages dabei um Hilfe gebeten hätte. Seitdem mache sie sich auch Gedanken, wie die Blätter fantasievoll am Computer gestaltet werden können.

Gabriele Klammer teilt ihren sportlichen Ehrgeiz auch mit Kindern. Nicht nur, weil sie beruflich mit ihnen zu tun hat - seit September dieses Jahres leitet sie die Wernstedter Kita "Villa Kunterbunt" und turnt mit den Kindern im Dorfgemeinschaftshaus. Auch im Kinder-Eltern-Zentrum in Brunau ist sie ein gern gesehener Gast.

In Schlangenlinien über den Sportplatz

Einmal im Monat kommt sie für eine Sportstunde vorbei. Dabei entscheiden die Kinder, was sie gerne machen wollen. "Es machen wirklich alle mit. Es wird ja niemand gezwungen", erklärt Klammer die Motivation. Dabei rennen dann alle schon mal in Schlangenlinien über den Sportplatz. Immer vorneweg Gabriele Klammer. Auch wenn das mal komisch aussehen mag. "Wir Erwachsenen machen uns manchmal zum Klops, aber die Kinder empfinden das nicht so", sagt sie mit einem Lächeln.

Obwohl Gabriele Klammer sich gern viel bewegt und Spaß an ihren Aufgaben hat, weiß sie, dass sie das Sportangebot in Brunau nicht ewig aufrecht erhalten kann. Ihr Fuß bereitet ihr zunehmend Probleme. Deswegen sucht sie händeringend einen Nachfolger, der ihre Sportgruppen übernimmt. "Eigentlich wollte ich mit 45 Jahren schon aufhören", sagt die 51-Jährige schmunzelnd. "Mein nächstes Ziel ist 60."