Die Wahlberechtigten des Flecken Diesdorf müssen sich am 22. Februar entscheiden. Denn mit Amtsinhaber Fritz Kloß und Herausforderer Gerhard Schulz gibt es zwei Bewerber für das Bürgermeisteramt. Die beiden stellten sich in Abbendorf den Fragen der Bürger.

Abbendorf l "Ich habe lange überlegt, ob ich es noch einmal versuche. Aber ich habe Ambitionen, weiter zu machen. Wir haben viel geschafft. Es gibt jedoch noch vieles zu erledigen": Das sagte Amtsinhaber Fritz Kloß während des Forums im Landgasthof Niemann in Abbendorf. Seit 24 Jahren engagiert er sich als Bürgermeister von Diesdorf. Er verwies darauf, dass es immer geschafft worden sei, den Haushalt ohne Konsolidierung auszugleichen. "Wir haben begonnen, Diesdorf als Zentralort auszubauen. Dieser ist attraktiv für Einwohner und Gäste", schätzte Fritz Kloß ein.

"Aber es gibt auch viele Bürger in den Ortsteilen."

Gerhard Schulz

Herausforderer Gerhard Schulz erinnerte daran, dass die Ratsmitglieder die Verpflichtung übernommen hätten, für alle Ortsteile einzutreten: "Da sehe ich Defizite in Diesdorf." Da er beruflich nicht mehr so eingespannt sei, habe er sich nach Rücksprache mit seiner Familie für die Kandidatur entschieden. Diesdorf sei zwar der Schwerpunktort, erklärte der Hohengriebener. "Aber es gibt auch viele Bürger in den Ortsteilen. Ich strebe an, den Kontakt mit ihnen zu suchen, Einwohnerversammlungen anzubieten", sagte Gerhard Schulz. Denn man müsse die Probleme kennen, um darauf reagieren zu können.

Die rund 70 Zuhörer wollten viel von den Kandidaten wissen. So merkte der Reddigauer Udo Riechmann an: "Ich muss seit geraumer Zeit feststellen, dass die kleinen Orte auf der Strecke bleiben. Es geht nur um Diesdorf." Am Höddelsener Dorfgemeinschaftshaus sei zwar etwas gemacht worden, aber nicht im einst abgestimmten Umfang. "Warum kommt keiner auf uns zu, um mal mit uns zu reden?", fragte er. Fritz Kloß wies die Kritik zurück: Sämtliche Ortsteile seien über die Dorferneuerung beplant worden. Es gebe vernünftige Gemeindestraßen. Und auch der Neubau der Gerätehäuser erfolgte erst in Abbendorf und Peckensen, bevor Diesdorf dran gewesen sei. "Unsere Gemeinde hat 19 Ortsteile. Da schaffe ich es nicht, überall Einwohnerversammlungen zu machen", sagte er.

Tino Fuhrmann aus Hohengrieben sprach an, dass die Ortsteilbewohner immer noch auf eine Zusicherung warten, dass die im Jahr 2011 im Dorfwettbewerb gewonnenen 2000 Euro dort eingesetzt werden. "Wenn ein Projekt vorliegt, können wir das machen", entgegnete Fritz Kloß. Das würde mit dem geplanten Wiederaufbau der Schulscheune in Hohengrieben existieren, warf Tino Fuhrmann ein. "Das Thema ist im Rat noch nicht ausdiskutiert. Wir haben aber zugelassen, dass es ins neue Leader-Programm mit aufgenommen wird", sagte der amtierende Bürgermeister.

Für Anja Fuhrmann aus Hohengrieben stellt die Schulplanung ein Problem dar. Die drei Ortsteile der Altgemeinde Mehmke seien der Grundschule Jübar zugeordnet und nicht der Diesdorfer. Sie wollte wissen, wie das sein könne. "Dafür ist die Verbandsgemeinschaft zuständig", erklärte Fritz Kloß.

"Wir werden den Kontakt zum Zweckverband wieder aufnehmen."

Fritz Kloß

Dietmar Schwarz aus Dankensen fragte beide Kandidaten, welche Strategie sie haben, damit Breitband kabelgebunden bis in den kleinsten Ortsteil kommt, um ein schnelles Internet zu erreichen. "Wir müssen uns der Thematik stellen und auch jemanden holen, der davon Ahnung hat. Das ist bislang versäumt worden", merkte Gerhard Schulz an. Fritz Kloß erinnerte daran, dass die Gemeinde schon einmal viel Geld ausgegeben habe, damit Funk-DSL aufgebaut wurde. Aber das funktioniere nicht. "Wir werden den Kontakt zum Zweckverband Breitband wieder aufnehmen", fügte er an und wurde sofort vom amtierenden Landrat Michael Ziche, der sich ebenso wie sein Herausforderer Andreas Höppner vorstellte, korrigiert: ",Wieder` ist falsch." Bislang hat es keinen Kontakt gegeben, weil die Gemeinderäte des Flecken Diesdorf eine Mitgliedschaft abgelehnt hatten.

Auch der noch bestehende Biervertrag, der Wunsch der Unternehmer, ernst genommen zu werden, und das Leader-Programm sorgten für Diskussionen.

 

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