Mit der Frühlingssonne kommen auch immer mehr Menschen auf den Salzwedeler Rathausturmplatz. Es dauert nicht mehr lange, dann herrschen auf dem zentralen Platz in der Salzwedeler Innenstadt wieder Zustände wie am Strand von Mallorca. Das will die Stadtverwaltung künftig ausnutzen, um ein paar extra Euro in die klamme Stadtkasse zu spülen.

"Vom 1. Juni bis 31. August vermieten wir die Sitzgelegenheiten. Wer auf dem Rathausturmplatz relaxen und die Sonne genießen möchte, muss sich vorher bei der Verwaltung melden", erklärt ein Stadtsprecher. Die Platzreservierung kostet 1,50 Euro und ist maximal zwei Stunden gültig, garantiert aber für den Zeitraum einen Sitzplatz. Wer sich diese Gebühr sparen möchte, muss vor 10 Uhr oder nach 20 Uhr den Platz aufsuchen. In dieser Zeit bleibt das Sitzen weiterhin kostenlos. Dazwischen kon-trolliert das Ordnungsamt, ob sich Wildsitzer auf den Bänken breitmachen. "Wer unerlaubt einen Platz in Beschlag nimmt, muss mit einem Ordnungsgeld in Höhe von zehn Euro rechnen. Unsere Politessen sind angewiesen, den Platz regelmäßig zu kontrollieren", erläutert der Stadtsprecher.

Eine weitere Neuerung in Sachen Rathausturmplatz: Kinder und Erwachsene dürfen sich künftig nicht mehr in dem Brunnen erfrischen. Denn die Stadt hat endlich eine günstige Lösung zum Thema öffentliche Toilette gefunden. An einem Ende des Brunnens will die Verwaltung einen Sichtschutz installieren lassen. Dahinter kann dann kostenlos gepinkelt werden. Und die Spülung übernimmt der Brunnen. "Um das Gesamtbild abzurunden, planen wir, gegenüber der Bedürfnisanstalt direkt am Brunnen ein Manneken Pis aufzustellen. Das lockt bestimmt noch mehr Touristen an", blickt der Stadtsprecher voraus.

Die Nutzungsänderung auf dem Rathausturmplatz kommt bei den von der Volksstimme befragten Salzwedelern gut an. "Endlich muss ich im Sommer nicht mehr so früh raus, um mir meinen Lieblingssitzplatz mit einem Handtuch zu reservieren", meint Horst Marchewski. Und die Jugend freut sich über das öffentliche Pissoir: "Wenn wir im Sommer wieder Waschmittel in den Brunnen kippen, bekommen wir mal gelben Schaum. Voll fett!", kommentiert Manuel Rei (mhd).

Als Zeitungsente wird eine Falschmeldung bezeichnet. Die Redaktion nimmt sich in der Rubrik "Altmark-Geschnatter", deren Inhalt erfunden ist, dieser journalistischen Darstellungsform auf humorvolle Art an.