Die Einzelhändler rund um das Salzwedeler Amtsgericht sind mit der Baustelle Braunschweiger Straße seit Monaten gestraft. Nun steht eine weitere Vollsperrung vor ihrer Ladentür an. Die Arbeiten an der Neutorstraße beginnen.

Salzwedel l Noch während die Arbeiten an der Braunschweiger Straße laufen, beginnt die Sanierung der Neutorstraße zwischen der Kreuzung am Amtsgericht und dem Tiburtiusgraben. "Die Einzelhändler an der verlängerten Burgstraße können während der Bauphase an der Neutorstraße ihre Geschäfte schließen", befürchtet Jost Fischer (CDU), Vorsitzender der Werbegemeinschaft Salzwedel. Denn sie hätten bereits durch die Sperrung der Braunschweiger Straße weniger Kunden. Deshalb forderte Fischer während der Sitzung des Salzwedeler Verkehrsausschusses am Dienstagabend, die Einbahnstraßenregelung an der Altperverstraße während der Bauzeit aufzuheben. Das bedeutet, dass die Parkplätze an der Altperverstraße wegfallen und die Verkehrsinsel an der Kreuzung Amtsgericht verschwinden müsste.

Laut Stadtsprecher Olaf Meining prüfe die Stadt derzeit, ob die übergangsweise Aufhebung der Einbahnstraße möglich und mit welchem Aufwand diese Änderung verbunden sei. Bei den Unternehmern kommt die Idee auf jeden Fall gut an.

"Wir haben schon ein wenig Angst vor der Sperrung der Straße. Und da sind wir nicht die einzigen", erklärt Leonore Lindner, die an der Burgstraße einen Laden betreibt. "Wir befürchten, dass uns ein Teil der Laufkundschaft, auf die wir angewiesen sind, verloren geht. Deshalb hoffen wir, dass die Arbeiten zügig vorangehen. Eine beidseitige Befahrung der Altperverstraße könnte Abhilfe bringen", steht Lindner dem Vorstoß positiv gegenüber.

Im Geschäft von Detlef Wunberger macht sich die Sperrung der Braunschweiger Straße bemerkbar. Deshalb rechnet er auch mit Auswirkungen durch die Sanierung der Neutorstraße. "Eine beidseitige Befahrung der Altperverstraße könnte sinnvoll sein, um dem entgegenzuwirken. Allerdings könnte sich dann die Parkplatzsituation wieder verschlechtern", hat Wunberger auch die wegfallenden Stellflächen in der Altperverstraße im Blick.

Recht entspannt sieht Klaus-Dieter Köhler die Situation für seine Firma. "Schlimmer dran sind sicherlich die Geschäfte, die direkt an der Neutorstraße liegen. Aber insgesamt ist es wohl notwendig, die Straße zu sanieren", schätzt Köhler ein. Eine Mitarbeiterin der "Löwen Apotheke" befürchtet indes Einbußen: "Wir sind besorgt, dass Kundschaft ausbleiben wird. Vor allem jene Kunden, die schnelle Besorgungen in der Innenstadt machen, könnten wegbleiben."

Voraussichtlich bis Ende November müssen die Händler rund um das Amtsgericht mit der Sperrung der Neutorstraße leben. So sieht es laut Stadtsprecher Olaf Meining gegenwärtig die Planung vor. Die komplette Sanierung mit Planung und Grabung kostet rund 500 000 Euro.

 

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