Winterfeld (aw) l Angesichts wachsender Wolfspopulationen sieht die Salzwedeler Jägerschaft Handlungsbedarf. Wie viele Wölfe verträgt Sachsen-Anhalt? Was passiert wenn diese Zahl erreicht wird? Wie teuer wird die Wiederkehr des Wolfes? - Diese Fragen müsse die Politik beantworten, sagte Kreisjägermeister Hans-Ulrich Brückner während der Jahresversammlung der Jägerschaft am Donnerstag in Winterfeld. Brückner rief die Mitglieder auf, Wolfssichtungen, Spuren oder auch Tier-Risse an den Wolfsbeauftragten zu melden. "Nur so können wir den Nachweis führen, dass wir es mit einer wachsenden Population zu tun haben", erklärte er.

Die immer wieder ins Gespräch gebrachte Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht sei dagegen zum aktuellen Zeitpunkt nicht sinnvoll. Dem stehe die Habitatrichtlinie der Europäischen Union entgegen, die den Wolf unter Naturschutz stellt. "Diese Richtlinie ist für uns verbindlich" betonte Brückner. Nach geltendem Gesetz dürfen Jäger Wölfe generell nicht töten, das gilt auch für Tiere, die bei Verkehrsunfällen verletzt werden. Zuständig sei bei einem Unfall die Untere Naturschutzbehörde des Altmarkkreis, sagte Hans-Ulrich Brückner. Beim Abschuss eines Wolfes drohe Jägern eine Strafe von bis zu fünf Jahren Gefängnis. Die westliche Altmark betrachtet der Kreisjägermeister als Schwerpunktregion bei der Ansiedlung des Wolfes. Derzeit gebe es in der Colbitz-Letzlinger Heide ein sich selbst reproduzierendes Rudel. Erst in dieser Woche hatten mutmaßlich Wölfe Schafe im Raum Klötze gerissen.