Zelttanz und Oldtimertreffen in Hohengrieben erwiesen sich am Wochenende wieder einmal als Publikumsmagnet. Die 26 Einwohner konnten hunderte Besucher begrüßen und feierten mit ihnen drei Tage.

Hohengrieben. Zehn Jahre ist es schon wieder her, als die Hohengriebener einen besonderen Coup landeten: Sie pflanzten an der Bodenseeinsel Mainau eine besondere Eiche aus ihrem Dorf. Eine Aktion, die für Furore sorgte und die Dorfgemeinschaft eng zusammenschweißte. Daran erinnerte Dr. Gerhard Schulz am Freitagabend zur Eröffnung des Zelttanzes.

Zuvor hatte er persönlich unzähligen Gäste begrüßt: die Damen mit einem Usambaraveilchen, die Herren mit einem Schnäpschen.

Die Idee fürs Baumpflanzen sei übrigens im Mai 2000 aufgekommen. Seine Frau wollte unbedingt auf die Insel Mainau. Dort sahen die Altmärker unter anderem eine Niedersachsen-Eiche. "Hier fehlt eine Hohengriebener Eiche. Das wäre eine Bereicherung": Aus der schnellen Idee wurde tatsächlich etwas. Die Anfrage wurde nach vier Wochen positiv beschieden. Am 16. März 2001 verabschiedeten sich die Hohengriebener von ihrem Ort und reisten 792 Kilometer bis zur Insel. Einen Tag später pflanzten sie mit Gräfin Sonja Bernadotte, die leider mittlerweile verstorben ist, die besondere Eiche an der Zufahrt und stellten einen Stein auf. "Wir hatten für unser Fest Bettina Bernadotte eingeladen, die die Geschäfte seit 2005 leitet. Doch sie hat leider abgesagt, weil sie nicht abkömmlich sei", schilderte Gerhard Schulz. Dennoch hatte sie ein Präsent für die Hohengriebener geschickt: Für jeden Einwohner gab es eine handsignierte Karte.

Dr. Schulz bat den Musiker Gerald Schere Eggert von der Bühne. Dieser sorge schon seit Jahrzehnten mit seinen Mitstreitern für beste Stimmung bei den Festen in Hohengrieben. Auch die Abfahrt der Eiche habe er vor zehn Jahren begleitet. "Deshalb sollst Du mal drei Tage Urlaub machen am Bodensee, mit einem Besuch der Insel Mainau", sagte er und überreichte einen Gutschein. "Schere" stimmte daraufhin das Hohengrieben-Lied an, das nicht nur die Einheimischen mitsangen. Er hatte noch eine vierte Strophe geschrieben, die am Freitag ihre Premiere erlebte und auch gestern beim Oldtimertreffen wieder erklang. Dann wurde ausgiebig getanzt.

Bei bester Stimmung wurde auch am Sonnabend bis in die Nacht gefeiert. Die Band A39 und "Scheres Crew" sorgten dafür, dass das Parkett nicht leer wurde.

Auch gestern brach der Besucheransturm nicht ab. Für Hunderte ist das Oldtimertreffen, das zum achten Mal stattfand, Kult. Unzählige Aussteller präsentierten ihre liebevoll gepflegten Schätze. Die Palette reichte von Mopeds und Motorrädern über Trabi, Wartburg, Lada und Co., Trecker bis hin zu Feuerwehr-Alttechnik. Für jeden Geschmack war etwas dabei. "Die Vielfalt ist toll. Wir sind gern hier, waren diesmal alle drei Tage dabei und haben hier gecampt", erzählten Dorothea und Reinhard Zimmermann von den Trabi- und IFA-Freunden Salzwedel. Still und heimlich haben sie am Sonnabend ihre Silberhochzeit im Festzelt genossen, verrieten sie. Denn hier hatten sie alles, was sie brauchten: tolle Leute und gute Musik.

Andere wiederum erfreuten sich nicht nur an der Technik, sondern kehrten quasi an den Ort ihrer Jugend zurück. "1949 bin ich nach Hohengrieben gekommen, habe hier bis 1957 gelebt", erinnerte sich Christa Jäger aus Bierstedt. Da blieb in gemütlicher Atmosphäre viel Zeit zum Plaudern. (Mehr in einer der nächsten Ausgaben.)

   

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