Erinnerungen an die Gründung, Dankesworte und Ehrungen für engagierte Mitglieder der Schützenvereine und -gilden sowie Appelle für die künftige Arbeit standen am Sonnabend im Mittelpunkt der Festveranstaltung des Kreisschützenverbandes Altmark West in der Salzwedeler Mönchskirche. Gewürdigt wurde das 20-jährige Bestehen des Zusammenschlusses.

Salzwedel. Die Zeiten, in denen Frauen mit einem Faible für den Schießsport respektlos "Flintenweiber" genannt wurden, sind vorbei. Das unterstrich nicht nur Rainer Krümmel, Vorsitzender des Kreisschützenverbandes Altmark West, in seiner Festansprache. Das zeigten auch die Ergebnisse der beiden anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Kreisschützenverbandes ausgeschriebenen Schießwettbewerbe. Die Ehrenscheibe im Wettbewerb für die Schützen, die bis dahin bereits die Königswürde innehatten, errang Cornelia Niebel von der Schützengilde Kalbe. Angela Krause von der Schützengilde Groß Apenburg bewies im Wettbewerb um die Ehrenscheibe die beste Zielsicherheit.

"Wir brauchen solche Menschen"

Rainer Krümmel hatte in seiner Festansprache die historischen Wurzeln des Schützenwesens dargelegt, das im Laufe der Jahrhunderte Höhen und Tiefen durchlebte. Zeitweise genossen Schützenkönige das Privileg der Steuerbefreiung, zeitweise mussten die Schützen auch bei der Brandbekämpfung mit zupacken. Heute seien die Schützen aus der Öffentlichkeit, in den Städten und Gemeinden nicht mehr wegzudenken, so Rainer Krümmel weiter. Er verwies auf zahlreiche Veranstaltungen, Schützenfeste und Wettbewerbe. "Uns Schützen sollte immer bewusst sein, wir sind und bleiben Sportler und stellen eine der größten Gruppierungen innerhalb der deutschen Sportgemeinschaft dar", erinnerte der Kreisverbandsvorsitzende.

2002 gehörten dem Kreisverband 28 Vereine und Gilden mit 1550 Mitgliedern an. Inzwischen seien es 29 Vereine mit 1150 Mitgliedern. Vereinsarbeit müsse für die Jugendlichen attraktiver gestaltet werden, so Krümmel und forderte dabei die Unterstützung aus den Elternhäusern und Schulen ein. Gleichzeitig müssten jedoch auch ausreichend Übungsleiter zur Verfügung stehen. "Je mehr Jugendliche wir an uns binden können, je weniger Sorgen müssen wir uns um den ständigen Mitgliederschwund machen", betonte der Vorsitzende.

Dennoch bilden die Schützen der westlichen Altmark den drittgrößten Verband innerhalb des Kreissportbundes (KSB), so dass ihnen Geschäftsführer Peter Böse ans Herz legte, für die im kommenden Jahr bevorstehende Vorstandswahl wieder über die Kandidatur eines Vertreters nachzudenken.

Landrat Michael Ziche sprach sich dafür aus, die demografische Entwicklung als Herausforderung zu begreifen und die Vereinsarbeit darauf einzustellen. Dank eigener Leistungen, Sponsoren- und Fördergelder, auch des Altmarkkreises, verfügen die Schützenvereine und -gilden über gute Anlagen zur Ausübung ihres Sports. Die Zusammenarbeit zwischen Schützenvereinen und dem für Waffenangelegenheiten zuständigen Ordnungsamt der Kreisverwaltung schätzte der Landrat als gut ein. "Sie sind sich Ihrer Verantwortung als Waffenträger bewusst", lobte Ziche. Zeugnis einer guten Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Schützen seien nicht zuletzt die hohen Teilnehmerzahlen am Landratspokal. Er freue sich über die große Resonanz bei diesem Wettbewerb, machte Landrat Michael Ziche deutlich

Aber auch auf anderen Ebenen sei die Zusammenarbeit tadellos, bestätigte Eduard Korzenek, Präsident des Landesschützenverbandes. Der Verband aus der westlichen Altmark sei ein solide geführter Kreisverband, mit dem das Arbeiten Spaß mache. Korzenek erinnerte an Hans-Joachim Lembke, den ersten Vorsitzenden des Kreisverbandes. "Ein Treiber vor dem Herrn, der viele Grundlagen gelegt hat", so der Landeschef augenzwinkernd. In sein Lob bezog er jedoch auch Fritz Radtke, Berthold, Otto und Liesel Volber mit ein, "und all die Bertholds, Ottos und Liesels in allen Vereinen, ohne die kaum etwas geht. Wir brauchen solche Menschen."

Eigens für den festlichen Anlass hatten Cornelia Niebel und Franta Schettge von der Schützengilde Kalbe eine Chronik erarbeitet, die auf regen Absatz stieß.

Für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgten Schüler der Kreismusikschule des Altmarkkreises.

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