Die rund 400 Jahre alte Kanzel in der Salzwedeler Marienkirche soll demnächst restauriert werden. Die Förderanträge für das 43 400 Euro teure Vorhaben sind gestellt, den Eigenanteil der Gemeinde übernimmt der Förderkreis zur Erhaltung des Gotteshauses. Der Verein will zudem für die Restaurierung eines Epitaphs aufkommen. Die Gedenktafel ist der Ehefrau des ehemaligen Salzwedeler Bürgermeisters Dietrich Chüden gewidmet.

Salzwedel. Der Förderkreis zur Erhaltung der Marienkirche hat am Sonntag seinen Vorstand für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt. Vorsitzender Hartmut Teichmann, seine Stellvertreterin Hannelore Thönert, Schatzmeister Dr. Rainer Engbertz und Schriftführer Manfred Lüders erhielten nach ihrer Entlastung erneut das Vertrauen der Mitglieder. Gleiches gilt für die Kassenprüfer Sebastian Hempel und Rainer Aschmann.

Während der Versammlung im Kluhshaus dankte der Vorsitzende den 77 fördernden Mitgliedern - genau so viele wie vor 16 Jahren, als sich der Förderkreis aus dem Vorgängerverein "Bausteine der Hoffnung" heraus gegründet hatte. Die Spenden ermöglichen nun, den Eigenanteil von 8400 Euro für die Restaurierung der Kanzelanlage zu stemmen. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung hat bereits 15000 Euro zugesagt. Der Kirchenkreis Salzwedel und die Kirchliche Stiftung Kunst- und Kulturgut in der Kirchenprovinz Sachsen sollen sich mit jeweils 10000 Euro an der Rettung des Werkes aus der Spätrenaissance beteiligen. Dr. Bettina Seyderhelm, zuständig für die kirchenaufsichtliche Genehmigung und gleich- zeitig Mitglied des Stiftungsvor- standes, habe das Vorhaben während eines Besuches mit großer Dringlichkeit bewertet und ausdrücklich die Förderwürdigkeit bekundet, sagte Hartmut Teichmann. Auf ihren Wunsch hin seien in der Vorwoche fünf Restauratoren um ein Kostenangebot gebeten worden. Nun müssten das Ausschreibungsergebnis und eine Förderzusage von Stiftung und Kirchenkreis abgewartet werden. An der Kanzel, wesentliches Element der nachreformatorischen Ausstattung der Kirche, hat der Zahn der Zeit sichtbar genagt. Feuchtigkeit und Salz sprengen das Steingefüge. Den zur Stabilisierung eingearbeiteten Eisenklammern setzt Rost zu. Farbe blättert ab.

Der Förderkreis hat in diesem Jahr noch ein zweites Restaurierungsprojekt angeschoben: Ein marodes, derzeit in der Sakristei lagerndes Epitaph wird demnächst von der Magdeburger Diplom-Restauratorin Helma-Konstanze Groll und der Salz-wedeler Restauratorenwerkstatt von Heinz Wellmann behutsam saniert. Förderkreis (2000 Euro) und Gemeinde (900 Euro) stellen die dafür notwendigen Gel-der bereit. Die Gedenktafel, die von der Turm-Südseite stammt, ist einer gewissen Elisabeth Thiezen gewidmet. Das haben Frank Ringmeier, Küster Gottfried Heidler und Renate Wasmuth aus der mehr als 400 Jahre alten Schrift entziffert. Die Dame wurde 1585 zu Grabe getragen, zwei Jahre nach ihrem Mann Dietrich Chüden, dem damaligen Bürgermeister der Salzwedeler Altstadt.

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