Vier Tage lang Hansefieber – die Begeisterung über den gemeinsamen Berührungspunkt Hanse war in Salzwedel allgegenwärtig. Herzliche Begegnungen, interessante Gespräche, viele neue Kontakte prägten das Großereignis. " Zukunft trifft Vergangenheit " – diesem Motto wurde Salzwedel mehr als gerecht. Musik und Kultur, Empfänge, Ausstellungen und Märkte – die ganze Stadt feierte.

Salzwedel. " Wir haben die 100 000 geknackt ", verkündete ein überaus glücklicher Bürgermeister Siegfried Schneider gestern Nachmittag. Bei schönstem Sommerwetter strömten am Sonntag sogar noch mehr Besucher in die Innenstadt als an den Vortagen. " Ich bin heute der glücklichste Mensch auf dem ganzen Hansetag ", sagte das Stadtoberhaupt. Jahrelang hatte er mit seinem Team auf das Gelingen hingearbeitet. Mit 124 teilnehmenden Hansestädten und 106 Kulturgruppen mit mehr als 1600 Mitwirkenden brach Salzwedel alle Hanse-Rekorde der Neuzeit.

" Alles toll!", würdigte Hanse-Vormann Bernd Saxe den Hansetag. Die Stimmung sei wunderbar, die Besucherzahl beeindruckend. Dass eine so kleine Stadt logistisch solch ein Fest organisieren kann, sei höchst beachtlich. " Dass aber auch noch so eine tolle Stimmung aufkommt, das ist einfach nur bewundernswert ", fügte er hinzu.

Der Festumzug durch die Innenstadt und der Besuch des Bundespräsidenten krönten gestern vier unvergessliche Tage. Horst Köhler bummelte mit Frau Eva über den Hansemarkt, trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein und verfolgte im Burggarten die Übergabe der Hansefahne an Nowgorods Bürgermeister Jurij Bobryschew. Die russische Stadt ist im nächsten Ausrichter des Hansetages. Enttäuscht waren viele Schaulustige, dass der Bundespräsident keine Worte an die Menge richtete.

Frühestens 2017 könnte das Großereignis in die Altmark zurückkehren. In Rücksprache mit Stadtratsvorsitzendem Hartmut Krüger und den Fraktionschefs gab Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs während des Lübecker Abends spontan eine Bewerbung ab ( die Volksstimme berichtete ). " Ich wusste, das Goslar zurückgetreten ist ", erklärte Fuchs. Aus finanziellen Gründen, sagen gut informierte Quellen. Eine Entscheidung, ob Gardelegen den Zuschlag erhält, gab es während der Delegiertenversammlung am Sonnabend noch nicht. Denn neben Gardelegen wollen auch Stade, Kolberg und Tallinn. Bernd Saxe appellierte an die vier Städte, sich intern zu einigen. " Sonst wird eine Kampfabstimmung notwendig. " Im November wird die Hansekommission in Nowgorod einen Vorschlag erarbeiten. Im Juni 2009 muss die Delegiertenversammlung sich an gleicher Stelle entscheiden, ob 2017 erneut ein Internationaler Hansetag in der Altmark stattfinden wird - dann in Gardelegen, dessen Stadtrat im Vorjahr das Ausrichten des Sachsen-Anhalt-Tages verschmähte.

Impressionen vom Hansetag auf den folgenden Lokalseiten und im Internet unter: www.volksstimme.de/hansetag 2008