Die Calbenser Rathausfenster zur Hofseite sind denkmalschutzgerecht aufgearbeitet, neu verglast und wieder eingebaut worden. Eine Zerbster Tischlerei fertigt derzeit weitere große Fenster für die Fassade zum Markt an.

Calbe l Die in die Jahre gekommenen drei Flurfenster erstrahlen jetzt wieder in neuem Glanz. Eine Zerbster Fachfirma hat in mühevoller Kleinarbeit und mit handwerklichem Können die maroden Fensterrahmen mühsam rekonstruiert.

Einfacher wären sicherlich neue Fenster aus Kunststoff einzubauen gewesen, doch das würde den strengen Forderungen des Denkmalschutztes widersprechen. Schließlich schaut die Behörde bei der Sanierung des 1876 errichteten Einzeldenkmals auf dem Markt ganz genau hin.

Diejenigen Fenster im Erd- und Obergeschoss, die mehr als 130 Jahre auf dem Buckel haben, sind lediglich mit Einfachverglasungen versehen. Daher schließen sie nicht mehr dicht und leiten Kondenswasser ins Innere. Diese werden nun denkmalgerecht durch neuzeitliche Nachbauten mit spezieller Isolierverglasung und Schallschutz ersetzt. Dazu komme laut der Zerbster Tischlerei Meranti-Holz zum Einsatz. Das tropische Laubholz wird wegen seiner geringen Pflegebedürftigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Pilz- und Insektenbefall gern für den Fensterbau genutzt.

Für die energetische Sanierung, die langfristig im öffentlichen Gebäude Heizkosten sparen hilft, gab der Stadtrat Geld aus dem Krankenhaus-Erlös frei, ergänzt durch Städtebaumittel. Für den zweiten Bauabschnitt, zu dem auch die derzeitigen Sanierungsarbeiten am Rathausdach zählen, sind 136 000 Euro vorgesehen.

Bei der Dachreparatur, die durch eine weitere Zerbster Fachfirma durchgeführt wird, musste Schwammbefall festgestellt werden. Dieser ist zwar "zur Ruhe gekommen", hat aber erhebliche Schäden an der Holzkonstruktion verursacht.