Was für die Fernsehschaffenden der Bambi ist für die Saalestädter ihr Roland. Das jedenfalls meinte Bürgermeister Dieter Tischmeyer, als er im Rahmen des Neujahrsempfangs verdienstvolle Calbenser für ihr Engagement mit einer Ehrenurkunde samt Tonfigur des Wahrzeichens ehrte.

Calbe l Zwar hatten sich die Stadtoberen darauf geeinigt, in diesem Jahr auf die Verleihung des Wilhelm-Loewe-Preises zu verzichten. Doch ganz ohne Ehrungen sollte am Sonntagvormittag der Neujahrsempfang der Stadt dann doch nicht über die Bühne gehen. Schließlich sei es Tradition, sagte Bürgermeister Dieter Tischmeyer.

"Hat beigetragen, oft schwierige strategische Entscheidungen bei der Hochwasserbekämpfung durchzusetzen."

Nachdem bereits die Landesregierung im Dezember drei Calbenser für ihr Engagement im Kampf gegen das Hochwasser ehrte, wollte ihnen auch das Stadtoberhaupt seinen persönlichen Respekt und Dank aussprechen.

Calbes Ortswehrleiter Uwe Wirth hatte von Ministerpräsident Reiner Haseloff die Fluthelfernadel ans Revers geheftet bekommen. Nun erhielt er im Beisein von mehr als 130 Gästen die Ehrenurkunde der Stadt überreicht. Sie wird laut Satzung unter anderem an Menschen verliehen, die in verbindlicher Weise das gesellschaftliche Leben der Stadt bereichern. "Durch seine hohe Fachkompetenz und sein umsichtiges Handeln im Flutgebiet hat er wesentlich dazu beigetragen, oft schwierige, strategische Entscheidungen bei der Hochwasserbekämpfung vorzubereiten und durchzusetzen", lobte Tischmeyer stellvertretend für alle Kameraden, Wasserwehr und weitere Einsatzkräfte.

Stellvertretend für alle Mitglieder des Technischen Hilfswerkes (THW) bekam Ortsverbandsvorsitzender Christoph Weigelt ebenfalls eine Ehrenurkunde überreicht. Der 29-Jährige war als Fachberater bei den Hochwassereinsatzstäben von Calbe und dem Salzlandkreis dabei und koordinierte dort den Einsatz von rund 600 THW-Kräften aus 65 Ortsverbänden.

Anita Straßburg als dritte im Bund verkörpert das von Tischmeyer oft beschworene Calbenser "Wir-Gefühl". Die 72-Jährige war wie viele Calbenser rund um Calbe im Einsatz. Die ehemalige Lehrerin half beherzt beim Sandsäcke füllen und bei der Kontrolle der Deiche.

Die Sängerinnen und Sänger des Rolandchores bekamen ebenfalls eine Ehrenurkunde. "Sie sind nicht nur ein Begriff für alle sondern als Kulturträger etwas Besonderes. Sie erfüllen den Namen Roland als Symbol unserer Stadtgeschichte mit Leben und machen uns über die Stadtgrenzen hinaus bekannt", sagte Tischmeyer. Gegründet 1978 als Chor des Kulturbundes, 1995 zum Rolandchor umbenannt, bereichert er seit 35 Jahren das kulturelle Leben der Stadt.

Auch das Redaktionsteam des "Calbenser Blattes" wurde beim Neujahrsempfang für seine langjährige kreative Arbeit mit Ehrenurkunden und einer Roland-Tonfigur geehrt.

   

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