Hunde gehören in Schönebeck an die Leine. Das will das Gesetz so. Jetzt soll in der Elbestadt ein Freilaufplatz für Vierbeiner entstehen. Die SPD hat dazu einen Antrag für den Stadtrat vorbereitet.

Schönebeck l Der Bürgerpark Salineinsel soll das Erholungsareal in Schönebeck werden. Die Elbestädter sollen hier spazieren, flanieren, sich sportlich betätigen und die Kinder spielen. Was für die Zweibeiner gut genug ist, soll für Vierbeiner recht sein. Es gibt Ideen, auf der Salineinsel einen Freilaufplatz für Hunde einrichten zu lassen.

Geboren wurde die Idee in den Köpfen vieler Schönebecker Hundebesitzer. Politisch auf das Trapez heben will die SPD-Fraktion die Freilaufzone für Hunde, sie hat einen Antrag für den Stadtrat vorbereitet. Zwei maßgebliche Gründe gibt es in den Augen der Sozialdemokraten, sich ernsthaft mit der Angelegenheit auseinander zu setzen. Frank Schiwek aus der Ratsfraktion erklärt sie: "Die Gefahrenabwehrverordnung der Stadt ist recht rigoros: Hunde gehören an die Leine - immer und überall im Stadtgebiet." Es gebe also keine Möglichkeit, die Tiere auch einmal laufen zu lassen. Daraus resultiert nach SPD-Ansicht ein zweiter Grund für eine Freilaufzone. Frank Schiwek: "Es gibt Bereiche, in denen es nicht so eindeutig ist, ob es sich um Stadtgebiet oder freien Naturraum handelt."

"Wir wollen, dass sich Hundebesitzer auf der rechtlich sicheren Seite bewegen."

Die Elbwiesen seien so ein Beispiel. Spaziergänger fühlen sich manchmal durch frei laufende Hunde gestört, Anleingebiet an sich ist die Elblandschaft allerdings nicht. "Wir wollen, dass sich Hundebesitzer auf der rechtlich sicheren Seite bewegen", so Frank Schiwek.

Und schließlich sei es, um den Gedanken des Tierschutzes aufzugreifen, im Interesse der artgerechten Haltung, einen solchen Platz vorzuhalten.

Dass man auf die Salineinsel gekommen ist, kommt nicht von ungefähr. Frank Schiwek hat als Bürgermeister-Kandidat verschiedene Themen über Flyer und Wahlwerbung gesammelt. Dabei zeichnete sich auch ab, dass den Schönebeckern Themen rund um den Hund auf der Seele brennen - von der Steuer bis zur Leinenpflicht. Bein einem Spaziergang zu Wahlkampfzeiten haben Hund und Herrchen die Stadt erkundet - in den Augen der Mehrheit bietet der Bürgerpark einen idealen Standort. "Denkbar wäre das beispielsweise in den derzeit noch brach liegenden Randbereichen des Bürgerparks Salineinsel", sagt Frank Schiwek. "Hierbei wären auch Synergien mit der ohnehin geplanten Nutzung von Teilflächen der Salineinsel durch den Tierschutzverein zu betrachten", führt er weiter aus.

Ohnehin will man mit vielen Gruppen sprechen. Neben den Tierschützern mit den Hundevereinen. Aber auch mit dem Stadtseniorenrat. Denn die Verwaltung wird im SPD-Antrag nicht nur beauftragt, eine Freilauffläche auf der Salineinsel zu prüfen, sondern auch andernorts. "Alternativstandorte oder auch mehrere Zonen im Stadtgebiet, um gerade auch für ältere Bürgerinnen und Bürger, für die der Kontakt zu ihrem Hund erwiesenermaßen therapeutische Wirkung hat, längere Anfahrtzeiten zu vermeiden."

"Die Stadt hat den Vorgang zu prüfen und der Fachaufsichtsbehörde zur Zustimmung vorzulegen."

Wohlgemerkt, im SPD-Antrag geht es noch nicht um die direkte Schaffung der Freilaufflächen, sondern um das Prüfen - wo, wie und zu welchen Konditionen. Der Landkreis teilt auf Volksstimme-Nachfrage mit, dass das Thema in den Bereich der Gefahrenabwehr falle und die sei allein Sache der Kommune. Anträge auf Freilaufflächen müssten bei der zuständigen Stadt oder Gemeinde eingereicht werden. "Diese hat den Vorgang zu prüfen und der Fachaufsichtsbehörde zur Zustimmung vorzulegen", sagt Ingrid Schildhauer vom Salzlandkreis.

Die Stadt hat gestern nicht auf eine Anfrage der Volksstimme reagiert. Die Redaktion wollte erfragen, welche Vorraussetzungen zur Schaffung eine Hundefreilaufplatzes gegeben sein müssen. Frank Schiwek und seine Fraktion haben sich darüber Gedanken gemacht. Er sagt, dass der Platz auf jeden Fall umzäunt sein müsse, aus Gründen der Sicherheit. Zudem müsse man genau regeln, dass der Kreiswirtschaftsbetrieb oder der Bauhof die Plätze mit in ihre Routen aufnimmt, um den Hundekot zu entsorgen. "Damit sind die Halter nicht aus der Pflicht", sagt Frank Schiwek. "Auf dem Platz müssten Papierkörbe oder kleine Container aufgestellt werden, auch mit einem entsprechenden Tütenspender, damit die Halter die Geschäfte ihrer Vierbeiner entfernen."

Seitens des Schönebecker Tierschutzvereins stößt die Idee von Freilaufflächen für Hunde auf viel Zustimmung. In einer Mitteilung heißt es, dass man das Anliegen unterstützen würde. Denn die Tiere könnten sich artgerecht entfalten und auch der Aspekt der Sozialisation käme nicht zu kurz.

Was, liebe Leserinnen und Leser, meinen Sie? Braucht Schönebeck Freilaufflächen für Hunde? Wo könnten ideale Plätze dafür sein? Rufen Sie bitte heute in der Zeit zwischen 11 und 12 Uhr an und sprechen sie mit Redakteur Daniel Wrüske (03928/486811). Oder schreiben sie eine E-Mail. daniel.wrueske@volksstimme.de