Schönebeck l Es ist ein gewinnbringendes Lächeln, mit dem Nafija Bauer ihr Gegenüber begrüßt. Ihr Lächeln fordert regelrecht Freundlichkeit ein. Die 25-Jährige hat ein sonniges Gemüt und trägt ihr Herz auf der Zunge. Sie ist einfach sympathisch. Keine schlechte Voraussetzung für einen Beruf, in dem man täglich mit Menschen zu tun hat. Nafija Bauer ist Friseurin, arbeitet in einem Salon in Schönebeck. Dass sie ursprünglich aus dem Kosovo stammt, ihre Hautfarbe vielleicht einen Ticken dunkler ist, das merkt man ihr an. Nichtsdestotrotz ist die 25-Jährige in Deutschland, in Schönebeck längst angekommen. "Hier ist meine Heimat", sagt sie. Nicht nur das. Inzwischen hat die junge Frau einen Ehemann, einen Deutschen - daher der Nachname Bauer.

Gelebte Integration also? In den Augen von Nafija Bauer ja. Und auch ihre Chefin und Mentorin Christiane Manzke kann und will nichts gegenteiliges sagen. "Integration kann gelingen, wenn beide Seiten es wollen", sagt die Friseurmeisterin. Über eine Bekannte sei damals der Kontakt zustande gekommen. Nafija, die einen Hauptschulabschluss vorweisen konnte, begann ihre Lehre in Christiane Manzkes Salon - vor allem ihre Deutschkenntnisse waren nicht berauschend. Inzwischen hat die junge Frau ausgelernt, seit 2010 ist sie hier angestellt. Und noch heute ist Friseurin ihr Traumberuf - wofür sich viele Mühen gelohnt haben.

Mann im Salon "gefunden"

Auch an der Stelle sind sich Christiane Manzke und Nafija Bauer einig. Denn die Salonchefin hat es nie bereut, die junge Frau in ihr Team aufzunehmen. Vielmehr ist sie stolz auf ihre Nafija, die in ihren Augen einen starken Willen bewiesen hat. Und die junge Frau ist gewachsen, "denn früher war ich schüchtern, nun bin ich selbstbewusster geworden", sagt die 25-Jährige.

Darüber hinaus hat die Schönebeckerin auf ihrem Weg zur Friseurin ihren Ehemann gefunden - oder besser gesagt er sie. Denn ihr Steven war damals Kunde im Salon. "Irgendwann haben mich meine Kolleginnen darauf hingewiesen, dass er sich wohl für mich interessiere", blickt Nafija zurück. Nach dem ersten Beziehungsjahr haben beide geheiratet.

Nicht nur der Name ist inzwischen deutsch. Nafija ist vom Glauben her zwar Muslima. "Doch Weihnachten feiern wir zum Beispiel mit der Familie meines Mannes", erzählt sie. Zwar verzichtet Nafija aufgrund ihrer Religion auf Schweinefleisch in der Ernährung, ansonsten sei die Küche zuhause aber deutsch.

Demnächst möchte die Schönebeckerin zudem den deutschen Pass für sich beanspruchen, den serbischen Pass wird und muss sie dann abgeben.

Seitdem Nafija elf Jahre war, lebt sie in Deutschland. Seither hat sie ihr Geburtsland nicht mehr besucht. "Ich kann mir heute auch gar nicht vorstellen, dort zu leben", sagt sie. Dafür fühle sie sich als zu deutsch. Ein Beispiel sei allein, dass sie hier in Deutschland als Frau eine eigene Meinung vertreten kann. Für eine selbstbewusste Frau ein wichtiger Punkt.

Und was kann eine junge Frau, die sich in Deutschland integriert hat, anderen Menschen mit Migrationshintergrund empfehlen? "Man muss mit Lust anpacken und sich Mühe geben", sagt die 25-Jährige. An sich sei die deutsche Sprache nicht schwer zu lernen, "wenn man einen starken Rückhalt hat", sagt Nafija Bauer und meint damit neben ihrer Familie auch ihre Kolleginnen im Salon, die sie vor allem während der Ausbildungszeit tatkräftig unterstützt haben.