Calbe (api) l Silvia Lampe wohnt in der Mühlenstraße. Auf einem hohen Schornstein lässt sich dort Jahr für Jahr ein Storchenpaar nieder und zieht hoch über den Dächern von Calbe seine Jungen groß. "In diesem Frühjahr schrieb Herr Olaf Schmitt in der Volksstimme, dass die Störche wieder ihr Nest auf dem Schornstein in der Mühlenstraße bezogen haben", sagt Leserin Silvia Lampe, aber ergänzt: "Leider blieben sie nur kurz, danach kam einige Male ein einzelner Storch und flog immer wieder weg. Dabei habe man sich große Mühe mit dem Aufbau einer neuen Nistgelegenheit gegeben. Als das letzte Storchenpaar im Herbst abzog, blieb einer zurück. Silvia Lampe vermutet, dass es ein Jungvogel war. Zwei Wochen habe er starr auf dem Nest gestanden, dann sei auch er plötzlich verschwunden. "Was ist, wenn dieser Jungstorch krank war und vielleicht dort oben verstorben ist?", fragt Silvia Lampe besorgt. "Vielleicht liegen im Nest seine verblichenen Gebeine, ein Grund warum vielleicht die Störche in diesem Frühjahr nicht geblieben sind?", mutmaßt die Calbenserin.

"Keineswegs", meint Förster Wolfgang Grönwald auf Volksstimme-Anfrage. "In diesem Jahr brüten auf dem Schornstein in der Mühlenstraße Krähen, die ihr Nest mit dem Leben verteidigen. Selbst Adler würden sie verjagen", erklärt Grönwald das Fernbleiben von Meister Adebar. Jährlich macht der Magdeburger eine Tour durch die Saalestadt und beringt die jungen Störche. Noch vor zwei Jahren konnte er in der Mühlenstraße in rund 30 Meter Höhe vier Jungstörche beringen. Im vergangenen Jahr kam das Hochwasser und die Aktion fiel aus. Im Juli werde er wieder die bekannten Stellen in Damaschkeplan, in der Kuhgasse und im Verschönerungsweg ansteuern. "Es ist gut möglich, dass die Störche im kommenden Jahr wieder in der Mühlenstraße brüten werden", macht der Förster den Anwohnern Hoffnung.