Zu ihrer 80-Jahrfeier lud am Sonnabend die Freiwillige Feuerwehr Ranies ein. Es wurde ein großes Fest auf dem Sportplatz gefeiert - gemeinsam mit den Raniesern, benachbarten Feuerwehren und Fluthelfern aus Paderborn.

Ranies l Als pünktlich um 18 Uhr dunkle Regenwolken aufzogen, wurde der offizielle Teil im Schnelldurchlauf durchgezogen: Auszeichnung der Jugendgruppen im Löschangriff "Nass", Beförderungen, Verteilung der Fluthelfernadeln und Eröffnung der Feierlichkeiten zum 80. Geburtstag der Wehr.

Zuvor jedoch erlebten die Bürger des Dorfes und die Kameraden der Feuerwehren einen angenehmen Nachmittag. Vor allem die Ranieser und ihre Helfer trugen dazu bei. Der Grund: Das Fest auf dem Sportplatz war genauso akribisch vorbereitet, wie der alljährliche Karnevalsumzug durch das Elbdörfchen.

So stand der Nachmittag ganz im Zeichen der Jugendfeuerwehren des Abschnitts. Insgesamt zehn Teams gingen mehrmals auf die Startbahn und zeigten, dass sie in einigen Jahren, wenn sie in die aktive Wehr aufgenommen sind, verlässliche Kameraden sein werden (Ergebnisse siehe Info-Kasten rechts).

Die Kinder von Ranies konnten sich an einer Mal- und Bastelstraße auslassen, es gab Kaffee und Kuchen, und ein nach drei Seiten offenes Zelt lud zum Verweilen ein. Wehrleiter Gerald Herrler und seine Mannen hatten ganze Arbeit geleistet.

Unter den hunderten Gästen mischten sich am frühen Abend schon Besucher aus Paderborn. Mit einem Bus kamen 30 Kameraden des technischen Hilfswerkes Paderborn. Sie waren vor einem Jahr schon einmal in der Schönebecker Region - aber eben unter anderen Vorzeichen. "Aus dem Landkreis Paderborn waren zum Hochwasser 2013 genau 203 Frauen und Männern bei Ihnen eingesetzt. Teilweise waren wir hier zwei Wochen", berichtete Bernhard Lücke, stellvertretender Kreisbrandmeister Paderborn.

Bernhard Lücke sowie die anderen Helfer sagten unisono, dass sie so einen schweren Einsatz wir hier an der Elbe noch nie erlebt haben. "So etwas kann man gar nicht in der Theorie üben" erklärte der Kreisbrandmeister. Überwältigend für ihn war das Miteinander der Bevölkerung, die Akzeptanz und das gegenseitige Unterstützen.

Dem stellvertretenden Kreisbrandmeister aus Paderborn kommt, was viele Schönebecker nicht wissen, eine ganz besondere Rolle während des Hochwassereinsatzes zu. Lücke war im Stab eingesetzt, wo alle Einsätze in Schönebeck und Ostelbien koordiniert wurden. Lücke war dabei, als der damalige Oberbürgermeister Hans-Jürgen Haase das Wort "Flachzangen" - in welcher Bedeutung auch immer - in den Raum rief. Lücke war es, der den Oberbürgermeister damals in die Schranken wies.

Bis heute verbindet Lücke und die anderen Schönebecker Stabsmitarbeiter eine warmherzige Freundschaft.

Mehr Fotos im Internet: www.volksstimme.de/schoenebeck, dann "Fotos aus Schönebeck"

   

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