Der 13. Elbebadetag in Schönebeck ist ein Erfolg gewesen. 72 Sportler durchschwammen am Sonntag die Elbe, bevor sich Paddler beim Dick- und Drachenbootrennen messen. Hier haben Volksstimme-Redakteure den Selbstversuch geprobt.

Schönebeck l "Wir sind sehr zufrieden", sagt Ralf Arndt vom Schönebecker Sportclub und Mitorganisator des Elbebadetages. Zum nunmehr 13. Mal fand diese Veranstaltung am Fuße des Bootshauses Delphin statt und lockte zahlreiche Besucher an. Einen guten Zuspruch erhielt die Möglichkeit, die Elbe zu durchschwimmen. "Wir haben 72 Schwimmer gezählt", sagt Arndt. Und auch über die Teilnehmerzahl bei den Drachen- und Dickbootrennen zeigt sich der Sportler erfreut.

"Einzig das Wetter, das hätte noch eine Stunde länger mitspielen können", sagt er. Denn nach dem ersten Durchgang des Dickbootrennens erwischte ein Regenschauer den Festplatz. Alle Zuschauer, die in dem einen Moment noch den Wettkampfteilnehmern applaudiert hatten, retteten sich unter das Festzelt. Einige suchten sogar komplett das Weite. Nichtsdestotrotz will sich Ralf Arndt nicht beschweren. Denn zum Elbedurchschwimmen herrschte bester Sonnenschein. Und die Sportler schließlich gaben wegen des Regens und Gewitters auch nicht auf. Tapfer trotzten die Paddler dem Wetter.

Mittendrin übrigens zwei Volksstimme-Redakteure - Daniel Wrüske und Kathleen Radunsky. Auch wenn sie schon etwas geschafft waren vom Durchschwimmen der Elbe zuvor (siehe unterer Beitrag), so machten sie bei dem Spaßboot des städtischen Bauhofes mit. Der kämpferische Name der Dickboot-Crew: Rettungsboot. Ja, bei uns war wohl jede Hilfe zu spät. Bauhofchef Heinz-Werner Herrler hat das Team zusammengestellt. Während sich die Profi-Mannschaft des Bauhofes unter dem Namen "Bauhof Express" im Wettkampf gut geschlagen hat, zeigte sich bei dem "Rettungsboot", dass Training schon Einiges ausmachen könnte. Vorausgesetzt man trifft sich vorab zum Üben.

Doch die Laien saßen am Sonntag zum ersten Mal gemeinsam in einem Boot. Vom Paddeln einmal ganz zu schweigen. Eine kleine Übungsrunde wird vor dem Anpfiff schnell noch gedreht und schon dabei zeigt sich: Synchron paddeln ist nicht einfach.

Herrler betont: "Richtet euch nach eurem Vordermann." Okay, denken wir anderen. Das dürfte nicht schwerfallen. Doch Pustekuchen - das zeigt sich beim ersten Durchlauf unter Wettbewerbsbedingungen.

Ralf Arndt vom SSC als der einzige Profi an Bord ist der Steuermann. Und er gibt den Takt an. Nur ist der Profi zu ambitioniert. Das schnelle Tempo ist kaum zu halten für die Laien. Die Synchronisation läuft im wahrsten Wortsinn aus dem Ruder. Gegen die Polizisten, die zum ersten Mal beim Dickbootrennen mitmachen und unter dem Titel "Blue Protection" antreten, haben wir keine Chance. Sie paddeln, wir "quirlen" das Wasser.

Dementsprechend fällt die Manöverkritik an Land aus. Das Paddeln soll ein wenig langsamer sein. Dafür soll mehr Kraft in den Anschub des Bootes gelangen. Klingt gut. Nur sind meine Arme bereits nach dem ersten Durchlauf wie Gummi. Etwas Zeit haben wir noch zum Verschnaufen. Beim zweiten Rennen treten wir gegen die Mannschaft "Kanu" an - ein Mix aus Erwachsenen und Kindern, die sich diesem Sport verschrieben haben.

Der Startschuss fällt, wir machen drei kurze Schläge, damit das Boot erst einmal an Geschwindigkeit gewinnt. Dann folgen die rund 70 Schläge, die nötig sind, um ans Ziel zu kommen. Es läuft besser bei uns. Wir sind zwar hinten dran, aber die Paddelschläge erfolgen im Einklang. Wir holen sogar auf. Ab und an muss einer sein Paddel kurz hoch halten, um wieder in den Takt zu kommen, doch das "Rettungsboot" erkämpft sich jeden Zentimeter, so dass die Kanuten am Ende nur knapp gewinnen. Enttäuscht ist bei uns im Boot aber keiner. Wir sind zufrieden mit unserer Leistung und ja, wir freuen uns auch, dass unsere Gummiarme nicht noch einen Durchlauf meistern müssen.

Die Platzierungen: Drachenboot: 1. Kanu, 2. Flying Shells, 3. Stadtwerke Dickboot: 1. Blue Protection, 2. Bauhof Express, 3. Kanu.

   

Bilder