Mitglieder des Landesverbandes Sachsen-Anhalt der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL) haben sich jetzt die Salineinsel angesehen. Planer erklärten, wie aus einer Industriebrache der Bürgerpark geworden ist.

Schönebeck l "Wie sieht der Park der Zukunft aus?" - mit dieser Frage sehen sich immer wieder Experten konfrontiert, die öffentliches Grün für Städte und Dörfer konzipieren. Genau diese Frage schwirrt auch Klaus Müller im Kopf herum, als er jetzt mit Kollegen - Planer, Landschafts- und Gartenarchitekten - den Bürgerpark Salineinsel in Schönebeck besichtigt. Klaus Müller ist im Beirat des Landesverbandes Sachsen-Anhalt der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur.

"Ein gelungenes Beispiel für den Park der Zukunft."

Geschulte Augen also, die das Areal an der Elbe besichtigen. "Die Salineinsel ist in meinen Augen ein gelungenes Beispiel für einen Park der Zukunft", sagt Klaus Müller. "Es gibt eine gute Mischung von gestalteten Flächen, von gärtnerisch bewirtschaftetem Grün und von natürlicher Vegetation", sagt der Hallenser. In den Zeiten von knapper werdenden Ressourcen in den städtischen Betriebshöfen und beim Finanzbudget für den grünen Bereich in den Kommunen, müsste seine Zunft Lösungen anbieten, erklärt Klaus Müller. "Der Anspruch ist: Es muss schön sein, aber auch leistbar." Was nütze es, viel in Gestaltung, in extravagante Begrünung zu investieren, wenn die Pflege dann auf der Strecke bleibe, Flächen gar zurückgebaut werden müssten. Wie Schönebeck diesen Spagat bewerkstellige, davon wollten sich die DGGL-Leute bei ihrem Besuch in der Elbestadt informieren. Drei bis vier Mal im Jahr gebe es solche Fahrten, berichtet Klaus Müller. Immer würden Mitglieder ihre eigenen Projekte vorstellen.

In der Elbestadt ist das Landschaftsarchitektin Elisabeth Köllmann. Sie führt die Besucher gemeinsam mit Matthias Stolle aus Halle, der bei der Begrünung der Insel beratend tätig gewesen ist, und mit Georg Brandes, dem Historiker aus Schönebeck, der etwas zur Geschichte der Salzgewinnung und zu Carl Samuel Leberecht Hermann vorträgt.

"Das schließt aber nicht besondere Akzente aus."

Für die Salineinsel, so Elisabeth Köllmann, habe man von vornherein nicht versucht, künstlich ein neues Blumen- und Sträuchergewand zu finden. Zum einen ging es darum, heimische Pflanzen etabliert zu lassen. Zum anderen brachte die über Jahrhunderte aufgeschüttete Insel als altes Industriegebiet gewisse (Boden-) Voraussetzungen mit sich. Stichwort Nachhaltigkeit, Kosten und Effizienz. Klassische Rasenbegrünung erwies sich als nicht schlüssig. Denn der Boden sei sehr wasserdurchlässig. Man hätte ständig mähen und düngen müssen, sagt die Landschaftsarchitektin. "Das schließt aber nicht besondere Akzente aus", sagt Elisabeth Köllmann und weist auf die Blütenfuge entlang eines Hauptweges, auf der zum Beispiel seltene Distelgewächse gedeihen. Insgesamt sei es darum gegangen, zu allen Jahrezeiten Grün in verschiedenen Ausprägungen und mit verschiedenen Farbspektren zu haben. Als Elisabeth Köllmann 2010 zum ersten Mal auf der Salineinsel war, sei alles "malerisch vergammelt" gewesen, sagt die Landschaftsarchitektin. "Heute kann man es gern bei dem malerisch belassen."

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