Ein Jahr und zwei Monate nach der Flut 2013 zeigt sich in Plötzky ein Teil des Fußwegs in der Magdeburger Straße immer noch beschädigt. Die Anlieger ärgern sich. Das Rathaus stellt die Reparatur in Aussicht.

Plötzky l Alfons Merknau und andere Anwohner der Magdeburger Straße und des Waldweges in Plötzky pflegen ein Ritual: Immer wieder bringen sie Blumengestecke an einen Bauzaun in der Magdeburger Straße an - seit über einem Jahr. Denn hier hat die Flut im Juni 2013 alles zerstört, das Wasser drückte aus der Umflut auf Straßen, Wege und Grundstücke.

Auch der Gehweg kam zu Schaden. Sein Fundament wurde ausgespült, die Pflastersteine haben sich gelöst und liegen wild verteilt herum. Dieser Anblick erinnert die Anwohner drumherum täglich an die turbulenten Hochwassertage im vergangenen Jahr. Und gleichzeitig treibt er ihnen die Zornesfalten auf die Stirn. "Es kommt einem vor, als seien wir hier vergessen worden", sagt Alfons Merknau.

Der 69-jährige Plötzkyer ist wütend, dass sich nichts tut. Immer wieder haben er und andere im Rathaus angerufen, auf die Misslage hingeweisen. Genauso oft wurden alle Anrufer vertröstet. Das letzte Mal vor einem halben Jahr. "Wenn Plötzky noch eine selbständige Gemeinde gewesen wäre, hätte es nicht so lange gedauert", zeigt sich Alfons Merknau überzeugt.

Sicherlich, so der Plötzkyer, brauche alles seine Zeit, müssten bürokratische Abläufe eingehalten werden, müsse man alles finanzieren. "Doch dass es jetzt hier immer noch so aussieht, nach 14 Monaten, ist unverständlich", sagt Alfons Merknau und verweist auf Ostelbien als touristisches Aushängeschild. Die Anlieger haben kein Verständnis mehr, auch weil Privatleute längst in Eigeninitiative Fundamente für Zäune, Grundstücksbegrenzungen, sogar öffentliche Fußwegabschnitte erneuert hätten - Kosten inklusive. "Das erwartet man dann eben auch von den Behörden."

Im Schönebecker Rathaus kennt man das Problem. Eine Lösung, so Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz, sei bereits in Sicht. Der Fußweg in der Magdeburger Straße wie auch die Zufahrt zum AWG-See seien Maßnahmen der Schadensbeseitigung, die durch die Stadt beim Land beantragt worden sind. "Der Weg soll noch im August gemacht werden, die Ausschreibung läuft gerade", sagt der Sprecher. Bei der Zufahrt AWG-See gebe es allerdings noch Unklarheiten, die in den Eigentumsverhältnissen - alles gehört zum Landesforst - begründet liegen. "Ausgang offen."

Dass es erst jetzt zur Reparatur kommt, kann Hans-Peter Wannewitz auch erklären. "Der Vorbereitungs-, Einreichungs-, Prüfungs-, Genehmigungs-, Ausschreibungs- und Umsetzungsprozess der Hochwassernachsorge braucht seine Zeit", so der Stadtsprecher.

Insgesamt hat die Stadt Schönebeck 74 Einzelmaßnahmen nach der Flut 2013 aufgelistet, von denen 54 als förderfähig beantragt werden sollen und sollten. Mit 43 ist das nach Angaben der Stadt bereits geschehen und 11 Bewilligungen liegen vor.