Zum 17. Mal hat in Zens das Ringreiten stattgefunden. 41 Reiter traten gegeneinander an. Auch die Kinder konnten sich versuchen. Es gab ein vielfältiges Rahmenprogramm auf dem Sportplatz des kleinsten Bördelandortes.

Zens l "Entweder man kommt weiter oder nicht!" Mike Gortol gibt sich nach dem Sieg beim Zenser Ringreiten cool. "Ich freue mich sehr, dass es heute geklappt hat", sagt der Tornitzer. 2014 konnte er mehrere Bestplätze bei den sportlich-spaßigen Veranstaltungen in der Region für sich einholen. In diesem Jahr war ihm Fortuna noch nicht so hold. Mit Zens ist der Knoten endlich geplatzt und Mike Gortol steht auf dem obersten Siegertreppchen. Schnell kümmert er sich nach der Siegerehrung um Abisko, ein Deutsches Sportpferd, der ebenso seinen Anteil an dem Erfolg hat. Viel Rampenlicht will der Reiter nicht.

"Man muss gelassen sein und seine Konzentration bewahren."

Dabei hat er sich das Zenser Ringreiten-Finale wirklich erkämpft. 41 Reiter sind im kleinsten Bördelandort am Sonnabend gegeneinander angetreten. Nach einer Probe- und drei Wertungsrunden steht fest: 14 von ihnen haben jeweils alle Ringe vom Galgen geholt und gehen ins Stechen. Nervös ist Mike Gortol deshalb nicht. Im Gegenteil. "Man muss gelassen sein und seine Konzentration bewahren." Was dem Reiter gelingt, fällt Abisko schwer. Immer wieder bremst das Pferd kurz vor dem Galgen aus, ist unruhig, kommt nicht in Gang. Die Jury ist drauf und dran, das abzubrechen. Andere Reiter aus dem Reit- und Fahrteam Tornitz reiten vornweg, um Abisko anzuheizen. "Er ist erst vier Jahre alt und hat noch nicht so viel Erfahrung", sagt Mike Gortol.

Pferd und Reiter finden schließlich doch noch zueinander. Abisko lässt Mike Gortol nicht im Stich und der kann ganz und gar die Ringe am obersten Brett ins Visier nehmen. Die Kampfrichter machen es den Reitern im Finale schwer. Die Ringe werden ohnehin immer kleiner. Jetzt werden sie von den Helfern nach links außen gehängt. "Das ist schon nicht ohne, das Pferd dann richtig zu lenken und mit der rechten Hand so weit rüber zu gehen", sagt Mike Gortol. Seiner Gelassenheit sei Dank hat der Tornitzer beim Ringreiten in Zens alles unter Kontrolle.

"Es ehrt mich, auch eine solche Aufgabe übernehmen zu können."

Wachsame Augen sind am Sonnabend auch von Jeanette Neumann gefragt. Sie ist Hauptmann beim Ringreiten, führt immer die Runden an und die gesamte Reiterriege zurück, wenn ein Durchgang vorbei ist. "Ich muss die Meute anführen und aufpassen, dass alles gut geht", sagt die Reiterin vom Eggersdorfer Reit- und Fahrverein, der die Veranstaltung in Zens mit organisiert, nach den Aufgaben des Hauptmanns befragt. Viele Jahre nehme sie diese Funktion schon wahr - und das sehr gern. "Ich reite seit meinem vierten Lebensjahr, war in der Dressur erfolgreich. Es ehrt mich, auch eine solche verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen zu können", sagt Jeanette Neumann, die heute auch Reitlehrerin ist. Hat man es als Hauptmann, pardon Hauptfrau eigentlich schwer unter den Herren? "Gar nicht", sagt Jeanette Neumann. "Der Pferdesport ist keine Männerdomäne."

Ortsbürgermeister Frank Ahrend, der mit seinem Rat das Ringreiten organisiert, zeigt sich zufrieden mit dem Veranstaltungstag. "Die Resonanz bei den Startern, Kinder wie Erwachsene, und bei den Besuchern ist für unseren kleinen Ort sehr groß. Schön, dass alles angenommen wird."

Die Ringreitsaison in der Region ist noch lange nicht zu Ende. Die Gewinner des Zenser Wettkampfs treten am Sonntag, 5. Oktober, beim Mastercup in Eggersdorf an. Dann haben Mike Gortol und sein Abisko noch eine Chance, 2014 mit einem zweiten Sieg für sich zu krönen.

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