Nach der Eröffnung des Schülercafés im Schönebecker Gymnasiums vor zwei Monaten soll das Angebot nun noch gesünder werden. Schüler, Schulleiter und der Verein LIBa unterschrieben jetzt einen Kooperationsvertrag. Zudem wird das Café von Ernährungswissenschaftlern unterstützt.

Schönebeck l Käsebrötchen ein Euro, Banane 50 Cent, Monsterbacke Joghurt 80 Cent. Das Angebot des Schülercafés des Schönebecker Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums ist zwar insgesamt recht umfangreich, doch genau das zu finden, was die Schülerschaft schmeckt, ist ein kulinarischer Irrgarten. Der Grund: Die Angebots- tafel lässt sich schlecht lesen. "Werbung ist alles", deutet die betreuende Lehrerin Simone Sowa auf das "weiße Brett" hin. Zudem stehen mit Filzstift nette Sprüche an der Tafel. "Das gefällt uns noch nicht. Wir müssen mit einer einheitlichen Schrift und der Unterstützung eines Werbefachmannes das noch dringend ändern", erzählt Schüler Jonas Sandau, eine der beiden Geschäftsführer des Cafés.

Rund 15 Mädchen und Jungen hatten sich Anfang des Jahres nach einem Aufruf freiwillig gemeldet, um zunächst das Schülercafé aus der Taufe zu heben und abschließend auch zu bewirtschaften. Es funktioniert nach marktwirtschaftliche Bedingungen, irgendwelche Förderungen gibt es nicht. Lediglich Spenden kommen immer wieder mal an - so wie unlängst von der Salzlandsparkasse, die 600 Euro gab, damit sich das Café zunächst basismäßig mit Geschirr und Besteck ausrüsten konnte.

"Carls Café" - so der Name - prangt nun dezent neben der Ausgabeklappe. Mit viel Engagement stehen die Schüler hinter der Theke und wuseln für die zufriedene Kundschaft. Das Heft des Handelns haben die beiden Geschäftsführer Jonas Sandau und Simon Herbrich in der Hand. Gemeinsam haben die Schüler die Personalbesetzung und den Dienstplan für die Pausen sowie die tägliche Reinigung festgelegt. Andere Schüler haben weitere Verantwortlichkeiten in ihre Hände gelegt bekommen. "Es geht darum, Verantwortung zu übergeben und wahrzunehmen", freut sich Schulleiter Dr. Ulrich Plaga.

Schüler wollen neue Lieferwege finden

Eine hiesige Bäckerei aus Biere bringt allmorgendlich Kuchen und Brötchen. "Jetzt sind wir dabei, weitere Lieferwege aufzubauen", berichtet Simone Sowa. So wird beispielsweise an eine Mosterei in Welsleben gedacht, die "Carls Café" mit vielen unterschiedlichen Säften beliefern kann.

Geht es nach den Betreibern der Schülerfirma, sollen nicht nur schnöde Schinkenbrötchen, süße Donuts und Schokoriegel angeboten und verkauft werden, sondern in Zukunft auch gesunde Snacks. Aus diesem Grund unterschrieben die beiden Geschäftsführer des Cafés, der Schulleiter und Vertreter des in Barleben beheimateten Vereines "LIBa Besser essen. Mehr bewegen" dieser Tage einen Kooperationsvertrag.

Die Lebensmittelexperten von dort haben mit anderen Schulen und ähnlichen Schülercafés bereits sehr gute Erfahrungen gemacht. Bioprodukte aus der Region, Vollkornbrot und -brötchen, Obst und Gemüse sowie andere Dinge könnten bald das jetzt schon bunte Sortiment des Cafés bereichern. Zudem sollen zwei Ernährungswissenschaftlerinnen - Svenja Wiesnau und Kristin Goedecke - für das laufende Schuljahr die Einrichtung mit sechs Stunden pro Woche unterstützen.

Gerade das Know-how und die Verschönerung des Umfeldes stehen nun im Mittelpunkt der Aufgaben. Die jetzt noch "sterilen", kahlen, weißen Wände sollen umgestaltet werden. Hinweisschilder können den Weg weisen und mehr Markting über eventuell täglich wechselnde "Spezialitäten" soll die Schülerschaft ins "Carls Café" locken. Zudem gibt es wechselnde Empfehlungen: so vom 11. bis 13 November eine "Französische Woche" mit Crepes, Croissants und Baguettes. Bon appétit!

   

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