Der Schuh drückt in Frohse. Denn seit Jahren schon fordern die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr ein Notstromaggregat. Dieser Bedarf ist heute noch nicht gedeckt. Gleichwohl freuen sich die Blauröcke auf ihr Jubiläum, das sie mit Gästen am 4. Juli feiern werden.

Frohse l Eine unendliche Geschichte - nicht die mit dem Glücksdrachen Fuchur - wird in Frohse geschrieben. Denn seit Jahren schon melden die Kameraden einen Bedarf an: Sie brauchen ein Notstromaggregat. "Gerade im Hochwasserfall sind wir hier in Frohse eine Insel", sagt Wehrleiter Michael Pohle. Dann sei das Gerätehaus der freiwilligen Feuerwehr der Anlaufpunkt im Ortsteil. Eine Stelle, wo die Bürger Hilfe suchen, "und wenn es nur darum geht, mal eine Tasse Tee zu kochen oder Babynahrung zu erwärmen", erklärt Michael Pohle. "Anfang 2014 wurde uns wieder einmal von der Stadt versprochen, dass wir ein Notstromaggregat bekommen", führt er während der Jahreshauptversammlung der Wehr am Freitagabend aus. Bis dato habe sich aber nichts getan, kritisiert er.

Joachim Schulke, zuständiger Dezernent im Rathaus, kann auf diesen Vorwurf nur wenig entgegnen. Dennoch versichert er gegenüber den Blauröcken, "dass wir trotz der schwierigen Haushaltslage keine Abstriche bei der Feuerwehr machen". Und er sagt: "Bisher sind Sie eine genügsame Wehr, manchmal müssen S!ie mehr an uns herantreten." Für Mario Huber, stellvertretender Wehrleiter in Frohse, ist das Anlass für einen konkret formulierten Eindruck: "Wir sind also das Sparschwein der Wehren." Die Frohser Wehr ist eine von acht Stadtteilfeuerwehren in Schönebeck.

Förderverein stattet seine Wehr mit Beamer, Leinwand und einer Kettensäge aus

Und auch Uwe Tandler, seines Zeichens Abschnittsleiter der Wehren, nimmt das Thema Ausstattung der freiwilligen Feuerwehren in seinem Grußwort auf. "Das Thema Notstromaggregat läuft bei mir unter der Überschrift ,Unendliche Geschichte`." Gleichwohl betont er, dass die Ausstattung der Wehren nicht als Wünsche gesehen werden sollen. "Das sind Bedarfe", betont er. Und bezugnehmend auf die Aussage des Dezernenten: "Es wird vielleicht nichts im Haushalt gestrichen, aber es wird geschoben." Das, so der Abschnittsleiter, der gleichzeitig Mitglied in der Salzelmer Feuerwehr ist, "kann uns auf die Füße fallen". Damit es dazu gar nicht erst kommt, setzt sich seit Jahren schon der Förderverein der Frohser Wehr für seine Brandbekämpfer ein. So auch am Freitagabend. "Wir freuen uns, dass wir unserer Wehr eine Motorkettensäge sowie für die Schulungen einen neuen Beamer plus Leinwand und fünf Lautsprecher übergeben können", sagt Jürgen Nebauer, erster Vorsitzender des Fördervereins. Die Finanzierung dieser Geräte haben die Vereinsmitglieder mit einer Spende der Salzlandsparkasse stemmen können.

Nicht nur neue Technik gehört zur Frohser Wehr. Ende 2014 wurden zudem einige Sanierungsarbeiten am Gerätehaus erledigt. Damit sind die Schäden, die das Hochwasser 2013 am Gebäude verursacht hat, beseitigt. In diesem Zusammenhang kritisiert Wehrleiter Michael Pohle die von der Stadt ausgewählte Firma, da sie unzuverlässig gewesen sei.

Doch genug mit der Schelte. Bei der Jahreshauptversammlung verweist Michael Pohle auf einen wichtigen Termin in diesem Jahr. "Am heutigen Freitag besteht unsere freiwillige Feuerwehr 90 Jahre und fünf Tage", so der Wehrleiter. Außerdem sind Schönebeck und Garbsen nun seit 25 Jahren Partnerstädte - damit ist auch die Freundschaft zwischen der Frohser und der Heitlinger Wehr 25 Jahre alt. Diese beiden Jubiläen sollen am 4. Juli gefeiert werden. "Das werden wir mit einem Tag der offenen Tür verbinden", sagt Michael Pohle. Auch wenn die Einladungen für dieses Fest noch gar nicht verschickt sind, so steht bereits fest, dass die Kameraden der Partnerwehr Heitlingen dann wieder in Frohse sein werden. Einzige Bedingung: ausreichend Schlafplätze müssen die hiesigen Kameraden organisieren.

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