2011 gründete sich in Rosenburg eine Wasserwehr. Ihr Sitz befindet sich in Klein Rosenburgs ehemaligem Feuerwehrdepot, um das sich der frühere Ortswehrleiter Heinz Jordan kümmert.

GroßRosenburg l Was unterscheidet eine Feuer- von einer Wasserwehr? Erstere ist die Pflichtaufgabe einer Kommune, letztere nicht. Was sich auf die Finanzausstattung auswirkt. "Wir laufen eher nebenher. Geld können wir nicht erwarten", macht Wasserwehrleiter Heinz Jordan Freitagabend seinen Kameraden klar, die sich zum ersten Dienstabend 2015 zusammengefunden haben. Wie er das sagt, klingt es eher nach nüchterner Feststellung und weniger nach Vorwurf. Was der Mentalität des bescheidenen 74-Jährigen entspricht, der 24 Jahre Ortswehrleiter von Klein Rosenburg war. "Unser Feuerwehrdepot betrachte ich ein bisschen als mein Eigentum", lächelt Jordan. Der ehemalige Stadtverwaltungsmitarbeiter und die aktuell 17 Kameraden erhalten das Haus, in dem früher Klein Rosenburgs Bürgermeister wohnten, in eigener Regie. So wurden beispielsweise 2014 neue Fenster und Türen eingebaut. "Die haben der Stadt keinen Cent gekostet", hebt Jordan stolz den Finger. Man hatte einen Sponsor gewinnen können. Die neun Fenster und eine Tür montierten die Kameraden selbst. Das Gebäude ist in gutem Zustand, mal von kleinen Hochwasserschäden im Parterrebereich abgesehen, die noch repariert werden müssen. Im Juni 2013 stand das Deichbruchwasser 70 Zentimeter darin. Heinz Jordan harrte während dieser Zeit alleine in dem Haus aus, als ringsherum das Dorf evakuiert war. Sein persönliches Notstromaggregat lud Handy- und Funkgerätebatterien auf, womit er Kontakt zum Katastrophenstab hielt. "Es hat jeden Tag Fleisch vom Grill gegeben", berichtet der 74-Jährige. Was kein Ausdruck von überschwänglicher Lebensweise, sondern der Stromlosigkeit seiner Gefriertruhe geschuldet war.

Wenn die Kameraden der Wasserwehr alle acht Wochen theoretische Ausbildung machen, hilft ihnen ein moderner Beamer, der die Laptop-Bilder projiziert. Auch er wurde "privat" angeschafft. Doch damit nicht genug. Jetzt hat Heinz Jordan einen Kahn besorgt, fünf Meter lang, zwei Meter breit. Er soll von einem Außenbordmotor angetrieben werden. Einweihung soll im Frühjahr sein. Eigentümer ist - Sie ahnen es - Heinz Jordan. "Den stelle ich der Wasserwehr zur Verfügung", sagt er.

Ortsbürgermeister Michael Pietschker würdigt derartiges Engagement ausdrücklich, sagt aber auch: "So richtig ist es noch nicht in den verantwortlichen Köpfen angekommen, wie dicht Rosenburg am Wasser liegt."

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