71 Hähne haben sich an dem Hähnekrähen-Wettstreit des Kreisverbandes der Rassegeflügelzüchter in Großmühlingen beteiligt. 211 Kikeriki gelten dabei als Spitzenwert. Spitze ist zudem das Engagement von zwei Züchtern, die mit der Bundesnadel geehrt werden.

Großmühlingen l Kikeriki. Kikeriki. Kikeriki. Diesen Laut haben die Großmühlinger am vergangenen Sonntagmorgen ganz schön oft gehört. Denn zwischen 8 und 9 Uhr haben 71 Hähne ihr Bestes gegeben. Ort des Geschehens: Der Hof in der Grabenstraße 8, wo der Großmühlinger Rassegeflügelzuchtverein sein Heim hat. Anlass: Der Kreiszüchtertag des Kreisverbandes der Rassegeflügel. Darin eingebettet findet traditionell der Wettbewerb im Hähnekrähen statt.

71 Hähne haben sich daran beteiligt. "Elf haben gar nicht gekräht", sagt Hilmar Röseler, Vorsitzender des Kreisverbandes. Die übrigen 60 Hähne haben dafür umso mehr gekräht. "Der Krähruf ist ein Merkmal, das wir als Züchter beeinflussen können", erklärt er den züchterischen Anspruch. Ein Hahn kräht, um sein Revier zu verteidigen und es gilt als Balzverhalten.

Pappen sorgen für faire Bedingungen

Damit bei dem Hähnekrähen in Großmühlingen faire Bedingungen herrschen, "haben wir zwischen die einzelnen Käfige Pappen gestellt", erklärt Hilmar Röseler. Vereinsmitglieder sitzen in der Wettbewerbsstunde vor den Käfigen und zählen jeden einzelnen Ruf. Den Spitzenwert erreicht der Hahn von Siegfried Klus aus Eggersdorf. Das Tier der Rasse Zwerg-Wyandotte gestreift kräht 211 Mal.

Das Hähnekrähen ist eine liebgewonnene Veranstaltung. Bereits zum vierten Mal lobt der Kreisverband diesen lautstarken Wettbewerb aus. "Ein weiterer Wettstreit ist auch wieder Motivation für die Züchter", sagt Hilmar Röseler. Eingebettet ist das Hähnekrähen in den Kreiszüchtertag, der ebenso traditionell im Frühjahr stattfindet. Der Grund ist simpel: "Im Herbst haben wir die Vereins- und Kreisschauen sowie Wettbewerbe", sagt Hilmar Röseler. Da treffen sich die Züchter oft. Doch im Frühjahr, wenn es eigentlich vorrangig um das Aufziehen der Küken gehe, sei jeder Züchter für sich. "So bieten wir wieder eine Plattform, wo wir uns alle treffen und ins Gespräch kommen", erklärt der Verbandsvorsitzende.

Der Tag fängt für die Züchter früh an. Um 6 Uhr werden die Käfige vorbereitet, um 7 Uhr werden die Hähne platziert. Von 8 bis 9 Uhr müssen sich die Tiere beweisen. Danach schließt sich ein zweites Frühstück an und schließlich hält der Fachmann Dr. Manfred Golze einen Vortrag, in dem es im Wesentlichen um Genetik und Umwelteinflüsse geht.

Anerkennung für verdiente Züchter

Der Kreiszüchtertag 2015 wird aber auch genutzt, um zwei verdiente Züchter mit der Bundesnadel für ihre langjährige Treue auszuzeichnen. Das sind: Rainhardt Tellesch, Vorsitzender des Rassegeflügelzuchtvereins Eickendorf, und Holger Zwernemann, Vorsitzender des Rassegeflügelzuchtvereins Großmühlingen. Beide züchten orientalische Roller. "Sie brennen für ihre Rassen", sagt Hilmar Röseler.

Dem Kreisverband der Rassegeflügelzüchter gehören die Vereine aus Atzendorf, Glöthe, Eickendorf, Eggersdorf, Biere, Kleinmühlingen, Großmühlingen, Salzelmen, Barby, Lödderitz, Plötzky und Calbe an.

 

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