Brumby. Um vor der Wahl aus kompetentem Munde zu erfahren, wie es mit der Ortsumfahrung weitergeht, hatte die Bürgerinitiative "Ortsumgehung Brumby" den Minister für Landesentwicklung und Verkehr, Karl-Heinz Daehre, eingeladen. Dieser hatte seinen Büroleiter Kay Barthel und den Fachgruppenleiter Planung vom zuständigen Landesbetrieb Bau – Niederlassung West, Halberstadt – Arno Manthey, mitgebracht.

In die Gaststätte "Am Mühlenberg", wohin man kurzfristig ausweichen musste, waren etwa 50 Einwohner des Bördedorfes gekommen, darunter Wolfgang Günther von der Wählervereinigung "Wir für Brumby", sowie die langjährige Bürgermeisterin Hannelore Schmidt. Als Gäste nahmen der stellvertretende Landrat, Ulrich Reder, der Leiter des Fachbereichs 2 der Staßfurter Stadtverwaltung, Wolfgang Kaufmann und Ortsbürger-meister Peter Rotter teil.

Hartmut Rüger, Sprecher der Bürgerinitiative, gab einen kurzen Abriss des bisherigen Geschehens und sagte: "Die Einwohner knüpfen nach wie vor große Erwartungen an den Bau der Straße und hoffen auf einen Baubeginn 2013."

Der Minister begann seine Ausführungen mit einem Rückblick auf sein erstes Treffen in Brumby im Oktober 1990. Damals galt es, andere Probleme zu lösen. Da konnte man die Verkehrsentwicklung, wie sie heute ist, noch nicht absehen. Aber bereits 2002, als man die Arbeit am Landesverkehrswegeplan begann, wurde die Umgehung für Calbe aufgenommen und es war, wie Daehre sagte, abzusehen, dass sich auch Brumby melden würde. Brumby wurde nachträglich in die Planung aufgenommen, was keine leichte Aufgabe war.

Während nun für Calbe im ersten Halbjahr 2011 der Planfeststellungsbeschluss erfolgt und damit theoretisch Baurecht besteht, folgt Brumby unmittelbar nach.

Dann schilderte Arno Manthey die Details des Straßenverlaufs. Es wird nur noch die südliche Umgehung weiterverfolgt. Der Grobablauf wäre so, dass als erstes die Bahnbrücke über die derzeitige L 63 abgerissen würde, dann die Umgehung Calbe sowie anschließend das Verbindungsstück zwischen beiden Ortsumgehungen realisiert würde, bevor die Umgehung Brumby an die Reihe käme.

Für letztere bestätigte der Minister 2013 als möglichen Baubeginn, allerdings mit zwei Einschränkungen. Erstens müsse der Landtag das Geld bewilligen und zweitens dürften keine Gerichtsklagen gegen das Vorhaben erhoben werden.

Auf die Frage "Wie geht es nach der Wahl weiter?" ange-sprochen, sagte er, dass hoffentlich weiterhin Kontinuität in Sachsen-Anhalt herrsche und das, was geplant sei, auch gebaut würde. Selbst wenn es bei der Umgehung Calbe Probleme gäbe, würde dort begonnen, wo zuerst Baurecht bestünde und alle Probleme ausgeräumt seien, fügte er noch hinzu.

Dann wurde noch vereinbart, dass es im September eine weitere Infoveranstaltung mit dem Ministerium geben soll.

Hartmut Rüger dankte ihm seitens der Bürgerinitiative und der Einwohner und sicherte Unterstützung bei Grundstücksfragen zu. Er fasste seine Meinung in dem Satz zusammen: "Wenn es so abläuft, ist das positiv für Brumby, wir vertrauen Karl-Heinz Daehre und seinem Ministerium."