Es war eine seiner letzten offiziellen Amtshandlungen als Verkehrsminister des Landes. Karl-Heinz Daehre (CDU) hat gestern im Beisein von Vertretern der Ortschaften, der Einheitsgemeinde, des Landkreises sowie radelnder Bürger den neuen 1,5 Kilometer langen Fuß- und Radweg zwischen Biere und Eickendorf freigegeben. Bereits kurz zuvor rührte der 66-Jährige für dessen Nutzung die Werbetrommel.

Biere/Eickendorf. Großer Bahnhof herrschte gestern Mittag in Höhe des Eickendorfer Friedhofs. Noch bevor das rot-weiße Band auseinandergerollt wurde, fuhr eine junge Radfahrerin auf der Kreisstraße in Richtung Biere am versammelten Eröffungskomitee vorbei. Als der Minister Sabrina Klingenstein auf ihrem Rad aus den Augenwinkeln bemerkte, rief er ihr plötzlich entgegen: "Junge Frau, nutzen Sie doch den Radweg hier!"

Weg kostet insgesamt 278 000 Euro

Gesagt, getan. Kurzerhand setzte sie ihre Fahrt, sozusagen auf Ministerempfehlung, auf dem neuen Verbindungsweg zwischen Biere und Eickendorf fort. Kurz danach konnte zur offiziellen Tagesordnung übergegangen und das rot-weiße Band zerschnitten werden. Nach Auskunft von Daehre, dessen Nachfolger Kai Barthels ebenfalls anwesend war, hat der 1,5 Kilometer lange und zwei Meter breite Asphaltabschnitt entlang der Kreisstraße insgesamt mit rund 278000 Euro zu Buche geschlagen. Davon stammen knapp 210000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Der Eigentanteil der Kommune, so Bördelands Bürgermeister Bernd Nimmich, beträgt rund 52000 Euro.

Aufgrund des frühen Wintereinbruchs im vorigen Jahr mussten die Arbeiten unterbrochen werden. Im Frühjahr erfolgte nun die Anbindung von Biere. Inzwischen sind auch die Pflanzarbeiten sowie die Ansaat neuer Rasenflächen beendet. "Allein rund 35000 Euro sind in Ausgleichpflanzungen geflossen", erklärte Daehre.

Bis zur Fertigstellung des lang herbeigesehnten Fuß- und Radweges sei es ein langer Weg gewesen. Nicht zuletzt ein tragischer Unfall auf diesem Straßenabschnitt hatte Orts- und Gemeindechefs dazu veranlasst, bei den Behörden auf die große Dringlichkeit eines Radweges hinzuweisen. "Erst standen wir mit dem Projekt auf der Prioritätenliste hinten, dann rückten wir ganz weit vor. Und dann kam es zur Bildung des Salzlandkreises und wir landeten wieder an hinterer Stelle", sagte Nimmich. Umso dankbarer sei er, dass er sowohl bei diesem als auch bei weiteren Vorhaben immer auf ein offenes Ohr beim Verkehrsminister setzen konnte. "Es ist kein Geheimnis. Zu dieser Region hatte ich immer eine ganz besondere Verbindung, da sie lange Zeit mein Wahlkreis war", sagte Daehre.

Mit der Fertigstellung des Weges ist für Bördeländer und für Radtouristen, die die Einheitsgemeinde erkunden, ein wichtiger Lückenschluss im Radwegenetz realisiert worden. Verblieben sind nur noch wenige Stellen, die ebenfalls einen Radweg gut gebrauchen könnten, beispielsweise von Biere in Richtung Schönebeck.

"Dazu müssen Sie sich von nun an die jüngere Generation wenden", sagte dazu Daehre, der in Kürze seine Ministerlaufbahn beenden wird. "Seiner" Region werde er dennoch erhalten bleiben, versprach der 66-Jährige und kündigte Besuche als Privatmann, wie beispielsweise im Friedensfahrtmuseum in Kleinmühlingen, an.