Schönebeck (dw). Dass sich die EMS-Villa zum "Tag der Industriekultur" von ihrer schönsten Seite zeigte, war nicht nur Verdienst des iMUSEt-Vereins. Auch die Schüler der Sekundarschule am Lerchenfeld haben ihren großen Anteil daran. In der vergangenen Woche waren 26 Mädchen und Jungen aus den fünften bis neunten Klassen in dem Haus unterwegs, schwangen Besen und Lappen, saugten Staub und sorgten für Durchblick bei den unzähligen Fenstern. Dabei wurden auch Exponate abgestaubt, kleinere Reparaturarbeiten erledigt.

Die Schüler zeigten guten Willen, aber mehr noch, die Putzaktion war praktischer Ausdruck einer Kooperation, die in der Theorie längst sehr gut funktioniert. "Wir haben den iMUSEt-Verein als Partner gewonnen. Die Villa ist allgemeiner außerschulischer Lernort", erklärt Lehrerin Konstanze Jobs. Die Schule nutzte das Angebot des Industriemuseums und das Wissen seiner Betreiber, um die Unterrichtsinhalte zu bereichern. So finden die Mädchen und Jungen anschaulichen Zugang zu vielen Geschichtsthemen. "Wenn im Geschichtsunterricht die Industrialisierung Thema ist, können wir hier ganz konkret auf die Entwicklungen in Schönebeck eingehen", erklärt Konstanze Jobs. Dann stehen zum Beispiel das ehemalige Sprengstoffwerk der Elbestadt oder das Zementwerk in Glöthe im Fokus der Schulstunden. Die Villa als Lernort selbst sei exemplarisches Beispiel für Wohn- und Lebenskultur in der Jugendstil-Zeit. Dass derartige Lebensräume geschaffen werden konnten, habe auch wieder mit der industriellen Entwicklung zu tun, so die Lehrerin.

Die Mitglieder des iMUSEt-Vereins sind froh über die Kooperation, nicht nur, weil sie beim Saubermachen unterstützt werden. Ihr Anliegen ist die Förderung der jugendlichen Begeisterung für die eigene Region mit Geschichte und Tradition. Kinder würden sie besser verstehen lernen, wenn sie um die vielfältigen Dinge ihrer Heimatstadt wüssten, sie einordnen und so auch würdigen könnten. Die Kooperation mit der Lerchenfeld-Sekundarschule, so sagen es die iMUSEt-Leute, könnte deshalb exemplarisch für weitere Vereinbarungen mit anderen Kinder- und Jugendeinrichtungen sein. Die Stadtgrenzen würden dabei keine Rolle spielen. Auch dafür gebe es den "Tag der Industriekultur", um breites Interesse und echte Neugier bei allen Altersklassen zu wecken.

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