In Sachsen-Anhalt läuft seit Montag die erste gesamtdeutsche Volksbefragung. Auch Schönebeck ist dabei. Rund 9000 Leute werden in der Region befragt. Die Auskunftpflichtige werden angeschrieben, Interviewer können sich ausweisen. Auch in Senioren- oder Kinderheimen werden Daten gesammelt. Bei allem steht der Datenschutz oben an. Federführend ist das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt.

Schönebeck. "Das wichtigste ist der persönliche Kontakt", sagt Christian Topf von der Erhebungsstelle Zensus 2011 in der Schönebecker Stadtverwaltung. Für ihn und die weiteren Mitarbeiter gilt diese Devise, geht es um die Daten- sammlung zur großen Volkszählung. Keiner müsse Angst davor haben, Daten herausgeben zu müssen, die besser geheim bleiben sollten. Für die Erhebung gebe es genaue Absprachen. "Der erste Weg ist, dass die Interviewer zu den Leuten gehen, eine Terminankündigungskarte, einen Flyer und ein Informationsschreiben in den Postkasten stecken." Damit seien die Teilnehmer des Zensus informiert, sagt Christian Topf, stünden aber auch in der Pflicht, Ausküfte zu geben. Passt dieser Termin nicht, könnten sich die Leute beim Erhebungsbeauftragen melden, um einen anderen für Befragung und das gemeinsame Ausfüllen der Bögen zu vereinbaren. Verweigert man diese Auskunft , drohen 300 Euro ZwangsGeld. Das gibt das Land so vor.

Die Daten von rund 8000 Personen werden in der Region gesammelt. Zusätzlich werden noch einmal rund 1100 Personen an den Sonderanschriften befragt. "Das sind Alten- oder Pflegeheime, Kinderheime und andere Wohnanlagen. Hier nehmen alle teil, es gibt die 100-prozentige Erhebung." Sachsen-Anhalt-weit sind zudem die ersten von 700000 Briefen zur Gebäude- und Wohnungszählung an die Eigentümer vom Statistischen Landesamt verschickt worden. Damit hat die Schönebecker Erhebungsstelle aber lediglich am Rande zu tun.

Die persönliche Ansprache ist das eine, der Datenschutz das andere. Christian Topf erklärt, dass mit den Angaben streng vertraulich umgegangen wird. Fragen werden zum Beispiel zur Staatsangehörigkeit, zum Familienstand und zu Bildungsabschlüssen gestellt. Fragen zum Einkommen aber seien tabu. An die Bögen kommen nur die Mitarbeiter des Erhebungsbüros heran. Diese und die Interviewer seien vom Land überprüft, belehrt und verpflichtet worden.

Um möglichen Scharlatanen vorwegzugreifen, gibt es genaue Ausweismöglichkeiten für die 75 ehrenamtlichen Interviewer. Sie haben einen speziellen Ausweis, auf dem Logos des Zensus und des Statistischen Landesamtes, sowie Stadt-Stempel und die Unterschrift von Christian Topf zu sehen sind. "Zudem müssen die Befrager ein persönliches Dokument, den eigenen Personalausweis oder Führerschein, vorzeigen."

Die Befragten sollten sich zutrauen, nach den Dokumenten zu fragen, wenn sie unsicher seien, so Christian Topf. Denn es gebe bereits schriftliche Fragebögen einer Zensus-Gegner-Gruppe, die sehr persönliche Angaben verlange. Das habe aber mit dem Zensus nichts zu tun, und es müssten keine Auskünfte gegeben werden.

Anders ist das mit dem Mikrozensus. Der wird turnusmäßig jährlich durchgeführt, aber auch hier könnten sich die Frager mit einer Karte und den eigenen Personaldokumenten ausweisen, so Christian Topf.