Der Trainingsplatz des Calbenser Hundesportvereins Am Hänsgenhoch stand monatelang unter Wasser. Dessen weitere Nutzung ist ausgeschlossen. Die Mitglieder suchen mit Hilfe der Stadt händeringend nach einer Alternative. Eine Möglichkeit ist eine rund 9000 Quadratmeter große Pachtfläche in Damaschkeplan. Doch die Anwohner dort wehren sich vehement gegen die Ansiedlung des Vereins.

Calbe/Damaschkeplan. Lärm, Kothaufen und beißende Hunde: Das befürchten Anwohner, wenn sich der Hundesportverein in Damaschkeplan auf einer derzeit als Pferdekoppel genutzten Pachtfläche der Stadt ansiedeln würde. Eine Unterschriftenliste und zahlreiche wütende Anrufe gingen seit einer Ortsbegehung im Rathaus ein. Der Verein ist seit langem händeringend auf der Suche nach einem Ausweichquartier.

"Wir konnten monatelang nicht richtig trainieren", beklagt Vereinsvorsitzender Andreas Schäfer. Das ungewöhnlich hohe Grundwasser im Frühjahr hat dem Hundesportplatz samt Vereinsgebäude hart zugesetzt. "Es wäre sinnlos, Geld und Arbeitskraft aufzubringen, um hier alles wieder herzurichten", sagte Mitglied Hans-Werner Adam schweren Herzens, denn die Hundesportler haben sich Am Hänsgenhoch wohlgefühlt. "Der Platz ist ideal. Doch das nächste Wasser kommt bestimmt", sagt Schäfer. Auch ein Aufschütten und damit Höherlegen des Platzes sei schon aus Kostengründen illusorisch. Dem Traditionsverein geht es mittlerweile selbst an die Substanz. Die Hälfte der ehemals 40 Mitglieder sind bereits ausgetreten. Die Stadt unterstützt die Hundesportler bei der Suche nach einer geeigneten Alternative, die sich jedoch als schwierig erweist. "Von Naturschützern gibt es erheblichen Widerstand bei einem Gelände auf dem Wartenberg", sagte Ordnungsamtsleiter Rainer Schulze gestern zu einer möglichen Ausweichvariante, als er mit Bürgermeister Dieter Tischmeyer die Wasserschäden beim Hundesportverein in Augenschein nahm. Auch Stadtrat Mario Kannegießer vermittelte bereits eine mögliche Landwirtschaftsfläche im Ortsteil Schwarz, deren Nutzung langfristig aber nicht gesichert wäre. "Für uns als Stadt und für den Hundesportverein wäre die Option in Damaschkeplan hervorragend geeignet, doch Einwände von Bürgern müssen wir auch ernst nehmen", beschreibt Tischmeyer das Dilemma. Eine Ansicht, die nicht alle Hundesportler teilen. "In Damaschkeplan stören wir an unseren zwei wöchentlichen Trainingstagen nun wirklich niemand. Der Abstand zu den Wohnhäusern ist doch groß genug", sagt Elke Loos. Dass die Stadt vor der Unterschriftensammlung "nun einknickt", könne sie nicht ganz verstehen. "Wir erfüllen als Verein durch unser Angebot in der Stadt eine wichtige Aufgabe, auch im Hinblick auf die Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen", sagt Elke Loos. Die regelmäßige Welpenspielstunde am Sonnabend sei ein wahrer Magnet für Hundefreunde gewesen.

Doch was nun? Quo vadis Hundesportverein? Optionen, sich in Welsleben oder Barby anzuschließen, bestehen für die Mitglieder natürlich. "Als Calbenser Verein möchten wir auch in Calbe bleiben", sagt Andreas Schäfer. Verein und Stadt haben die Suche nach einer geeigneten Lösung nicht aufgegeben. So wolle man noch einmal auf die Einwohner von Damaschkeplan zugehen und parallel dazu Gespräche mit der Agrargenossenschaft Calbe über eine mögliche Bereitstellung von Flächen führen.

Der Hundesportverein Calbe wurde im Jahr 1974 gegründet und war bis zur Wende der "Sektion Dienst- und Gebrauchshundesport der DDR" untergliedert. Nach der Wende, als diese Vereinigung aufgelöst wurde, trat der HSV Calbe dem Deutschen Verband der Gebrauchshundesportvereine (DVG) bei..

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