In Sachsen-Anhalt sind mehr als 40000 Menschen stark alkoholabhängig, von denen etwa 800 Menschen jährlich nachweislich daran versterben. Innerhalb der bundesweiten "Aktionswoche Alkohol" veranstaltet der Arbeitskreis "Prävention" in Schönebeck einen Sportsday, an dem Jugendliche über die Gefahr des übermäßigen Alkoholkonsums aufgeklärt werden. Eine Veranstaltung, die auch einen zusätzlichen positiven Nebeneffekt für die Sekundarschüler mit sich bringt.

Schönebeck. Über 300 Schüler, drei Schulen, ein Aktionstag: Der Sportsday "Kenne deine Grenzen" in Schönebeck war bisher ein voller Erfolg. An neun verschiedenen Stationen hatten die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschulen Pablo Neruda, Maxim Gorki und Am Lerchenfeld am Dienstag die Gelegenheit, ihre geistigen und körperlichen Grenzen zu erproben. "Alkohol ist in allen sozialen Schichten der Gesellschaft präsent. Der immer frühzeitigere Einstieg in legale Suchtmittel wie Alkohol und Tabak macht es notwendig, dass Suchtaspekte im Leben von Jugendlichen thematisiert werden", erklärt die Vorsitzende des Arbeitskreises "Prävention", Christine Wartmann, das Anliegen des Sportsdays. Dazu waren die zwölf- bis 16-Jährigen der Sekundarschulen eingeladen, die dafür vom Schulunterricht befreit worden waren.

Dass eine solche Aufklärungsarbeit dringend notwendig ist, davon ist auch Juliane Liebig überzeugt: "Bei den stark alkoholabhängigen Menschen ist der Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt im Mittelfeld." Problematisch sei deswegen, dass es im Kreis nur vier Suchtberater gebe, so Juliane Liebig. Die Folge seien sehr lange Wartezeiten bei der Suchtberatung von mehr als drei Wochen, meint die Awo-Mitarbeiterin. "Deswegen muss die Präventionsarbeit umso stärker betrieben werden, damit die Jugendlichen gar nicht erst abhängig werden", ergänzt Christine Wartmann.

Ganz besonders herausgefordert waren die Jugendlichen an der Station "Rauschbrillenparcours": Dort bekamen sie ein Brille aufgesetzt, die einen Alkoholrausch simuliert. Damit mussten sie einen Hindernisparcours bewältigen und dabei mit den Gleichgewichtsschwierigkeiten klar kommen. Um dies zu schaffen, halfen sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig.

Denn das zweite Anliegen des Sportsdays ist auch, die Schüler der verschiedenen Sekundarschulen miteinander bekannt zu machen. Weil die Pablo-Neruda-Schule zum Jahresende geschlossen wird, müssen sich die Schüler der Einrichtung eine neue Schule aussuchen. Durch das Mischen der Gruppen und damit das Kennenlernen der gleichaltrigen Jugendlichen der Lerchenfeld- und Maxim-Gorki-Schule soll ihnen damit die Entscheidung der neuen Schulwahl etwas erleichtert werden. "Manche Schüler kennen sich zwar schon. Doch das Kennenlernen bei Sport und Spiel ist immer noch mal etwas anderes - es bietet tolle Gelegenheiten", sagt Christine Wartmann und freut sich darüber, den Suchtpräventionstag mit einem zweiten nützlichen Aspekt verbinden zu können. Heute wird der Sportsday fortgesetzt, weitere Schüler der Sekundarschulen werden die Stationen absolvieren und sich dabei vielleicht etwas besser kennenlernen. Und vielleicht sind es ja gerade die neu geknüpften Freundschaften, die manchem Schüler dabei helfen werden, Alkoholgenuss von Alkoholmissbrauch in Zukunft besser zu unterscheiden.

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