50 Minuten nach dem Jahreswechsel hat das Einsatzjahr 2013 für die Feuerwehr Staßfurt begonnen. Ein Container in Staßfurt brannte, wie 14 weitere im vergangenen Jahr. Außerdem hatten die Kameraden mit zwei Großbränden zu kämpfen.

Staßfurt l "Der Schwerpunkt unserer Arbeit stellte auch im vergangenen Jahr wieder die Brandbekämpfung dar", sagte Ortswehrleiter Steffen Aermes. Der Juni habe ganz im Zeichen des Hochwassers gestanden. "Wir unterstützten hauptsächlich im Bereich um Breitenhagen mit Personal und Technik. Wir halfen aber auch an verschiedenen Orten bei der Deichverteidigung beziehungsweise beim Dammbau", berichtete Aermes.

Zu den ungewöhnlichen Einsätzen gehörte am 30. Juni ein Brand eines Gebäudes in Glöthe, das sich als Kanabis-Plantage entpuppte. Nicht alltäglich war auch das Einfangen des von Zirkus Probst ausgebüxten Wildscheines Eddie, mit dem sich die Kameraden am 28. Juli bei 30 Grad ein Wettrennen lieferten.

Im August mussten die Feuerwehrmänner innerhalb einer Woche zur Bode ausrücken, um zwei vermisste Personen zu suchen. "In beiden Fällen konnten wir die Personen nur noch tot bergen", sagte Aermes. Nicht angenehm für die Kameraden war auch der Löscheinsatz beim Brand einer Laube in der Gartenanlage "Rossbahn" am zweiten Adventssonntag. Er sei in Erinnerung geblieben. Zum einen weil sich bei den Löscharbeiten die Vermutung bewahrheitete, dass sich noch eine Person im Objekt befunden habe und zum anderen weil dies der längste Laubenbrand seiner Laufbahn gewesen sei, sagte Aermes. Das habe aber nicht an der Wehr gelegen, sondern an der Polizei, die für ihre Ermittlungen stundenlang gebraucht habe. Aermes: "Das kann so nicht funktionieren. Wir können nicht die Opfer des Sparzwanges der Polizei sein. Hinzu kommt noch, dass die Arroganz der Spezialkräfte durch nichts zu toppen ist. Wir waren kurz davor, unser Licht abzubauen und die Einsatzstelle zu verlassen."

Zur Bilanz für 2013 gehören 130 Einsätze mit insgesamt 294,5 Stunden. Das waren 64 Stunden mehr als 2012. "Dabei leisteten die Kameraden insgesamt 2883 Stunden Arbeit und bewegten 289 Fahrzeuge über 2862 Kilometer", sagte Aermes.

Er wurde im Dezember von den Kameraden für eine weitere sechsjährige Amtszeit an der Spitze der Wehr vorgeschlagen. Nach dem Ausscheiden von Dirk Bialek übernahm Jürgen Gehrke die Funktion als stellvertretender Ortswehrleiter. Gleichfalls wurde die Wehrleitung erweitert. "Davon erhoffen wir uns neue Impulse und Ideen", sagte Aermes.

Eine positive Entwicklung haben die Jugend- und die Kinderwehr genommen, die einen unschätzbaren Beitrag zur Nachwuchsgewinnung leisten. Die Jugendwehr unter Leitung von Thomas Esch zählt 18 Mitglieder und die Kinderfeuerwehr 14. Darüber hinaus zählt die Wehr 42 aktive Mitglieder, davon neun Frauen. Der Altersabteilung gehören neun Männer und drei Frauen an.

Oberbürgermeister René Zok dankte den Feuerwehrleuten für ihr ehrenamtliches Engagement und den Hochwassereinsatz. "So sind unsere Feuerwehrkameraden. Wenn sie gerufen werden, sind sie zur Stelle", lobte er. Von den in 2014 geplanten Investitionen in Höhe von 5,7 Millionen Euro sollen 1,157 Millionen Euro den Wehren zugute kommen. Davon seien 563 000 Euro für die ersten Arbeiten am Feuerwehrdepot in Üllnitz vorgesehen. Fest eingeplant sei der Kauf eines Mannschaftstransportfahrzeuges für die Ortswehr Neundorf und wie in den Vorjahren 150000 Euro für Ersatzbeschaffungen.

In Anspielung auf die Kritik von Aermes am neuen Feuerwehrstromtarif der Stadtwerke, der nicht mehr so attraktiv wie zuvor sei, teilte Zok mit, dass es bis 2015 einen neuen geben werde, der auf alle Fälle wieder günstiger ausfallen werde als der für Privathaushalte.

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