Atzendorf l Es gibt Neuigkeiten von der Sportlerklause. Der Atzendorfer Treffpunkt, wo nicht nur Sitzungen der Zentralen Landsportgemeinschaft Atzendorf (ZLG), die für das ganze Gelände am Sportplatz verantwortlich ist, stattfinden, sondern auch von anderen Vereinen und der Volkssolidarität, soll barrierefrei werden.

"Wenn sich zum Beispiel die Senioren hier treffen, haben wir zehn bis 15 Rollatoren vor dem Haus stehen", sagt Günter Döbbel als Vorsitzender der Zentralen Landsportgemeinschaft Atzendorf. Leider sei der derzeit bestehende Eingang zu klein. Die Senioren können ihre Rollatoren nicht drinnen abstellen. "Da haben viele Angst, dass sie gestohlen werden", erzählt er. Außerdem geht es im Gebäude zwei Treppen nach unten. Auch das ist nicht das, was heute als "barrierefrei" bezeichnet wird.

"Also haben wir uns etwas einfallen lassen", sagt Günter Döbbel. Der bestehende Eingang soll durch einen modernen ersetzt werden. Dafür wird ein kleiner Anbau dienen. Der Eingangsbereich, der an das Gebäude gesetzt wird, soll wesentlich breitere Türen haben.

Großer Eingangsbereich und breite Türen

"Drinnen wird genug Platz sein, um die Rollatoren abzustellen", erklärt der Vorsitzende. "Hinzu kommt eine Rampe, die man mit Rollator benutzen kann". Auch Eltern mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer können die Räume dann bequem erreichen. Die Türen, die vom Eingangsbereich aus an die inneren Räume anschließen, werden ebenfalls verbreitert.

Beim Baustart gab es bei dem Vorhaben allerdings Verzögerungen. Eigentlich wollten die ZLG-Sportfreunde schon jetzt bauen. Aber es war doch mehr bürokratischer Aufwand nötig als erwartet.

Hintergrund: Für den Umbau ist die ZLG auf Fördermittel angeweisen. "Rund 105000 Euro wird das Ganze kosten", sagt Döbbel. Der größte Teil davon muss durch Fördermittel getragen werden. Dazu war ein Antrag für das Leader-Programm nötig. In dieses Programm wurden die Städte Staßfurt, Egeln, Hecklingen und ihre Ortsteile bereits aufgenommen. Es fördert die zukunftsträchtige Umgestaltung ländlicher Gegenden. "Wir hatten den Antrag bereits Ende 2012 fertig", erklärt Döbbel.

Bürokratische Hürden und zwei Anträge

"Alles lief gut. Der Leader-Ausschuss hat unser Vorhaben als gut und wichtig eingeschätzt, es stand sogar an zweiter Stelle der Liste der zu fördernden Projekte in der Region", sagt Döbbel. Mit der Stadtverwaltung Staßfurt lief die Zusammenarbeit ebenso gut. "Allerdings gab es ein kleines Problem", so Döbbel. Dort, wo der neue Eingang entstehen soll, ist derzeit ein öffentlicher Weg. Dieser öffentliche Weg muss formal als "Baugrundstück" ausgewiesen sein. "Das hat der Salzlandkreis von uns verlangt. Weil das nicht der Fall war, wurde die Baugenehmigung abgelehnt", erklärt Döbbel. Der Fördermittelantrag musste zurückgezogen werden, auch wenn das Projekt bei den verantwortlichen des Leader-Programms Zustimmung fand.

Nun müssen die Grundstücke erst noch umgewidmet werden. Dazu wird die Stadtverwaltung die entsprechenden Flächen vermessen und neu ins Kataster eingetragen. "Leider, die bürokratischen Hürden sind eben hoch", sagt Döbbel.

Der Antrag auf Fördermittel muss demnächst neu eingereicht werden. Döbbel hofft, dass das Projekt beim Leader-Ausschuss wieder so hoch eingestuft wird.

Der neue Eingang soll aber auf jeden Fall kommen, sagt Döbbel: "Wenn alles klappt, kann Mitte 2015 gebaut werden."

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