Ein weiterer besorgter Vater aus Förderstedt meldet sich zu Wort. Nach dem Unfall in der Turnhalle, bei dem drei Kinder verletzt wurden, hörten die Eltern von defekten Deckenteilen und machen sich Sorgen: Warum machen die Kinder Schulsport in der Halle, obwohl sie für Vereine gesperrt ist? Sind die Kinder in Gefahr?

Förderstedt l Nach dem Unfall in der Förderstedter Turnhalle Ende Januar - drei Kinder wurden verletzt, als eine Spundwand herabstürzte - machen sich die Eltern aus Förderstedt zu Recht sorgen. Denn: Der Schulsport findet nach wie vor in der Halle statt, obwohl Überprüfungen bis vergangene Woche liefen und obwohl Vereinen und Sportgruppen der Sport in der Halle untersagt ist.

Besonders die Äußerung von Ortsbürgermeister Peter Rotter machte die Eltern noch ärgerlicher: Dieser sagte in der Ortschaftsratsitzung, es würden im Dorf Gerüchte von herabstürzenden Deckenteilen verbreitet und das völlig unberechtigterweise. Man mache den Eltern im Ort nur noch mehr Angst (Volksstimme berichtete).

Dazu meldet sich ein besorgter Bürger, Carsten Dietz, aus Förderstedt zu Wort: "Wir hätten uns gewünscht, dass der Ortsbürgermeister Peter Rotter in dieser Sache mehr Bürgernähe gezeigt und uns konkreter über den Sachstand informiert hätte." Den Eltern hätte man die Angst nehmen sollen. Nur inoffizielle Aussagen der Fachdienstleiterin Ina Siebert und von Peter Rotter stünden im Raum.

Genau diese Informationen haben auch für Verwirrung gesorgt. Ina Siebert bestätigt, dass es einen Anruf von Seiten des Vereins bei ihr gab. Dieses Telefonat führte offenbar zu den Missverständnissen, die jetzt "die Förderstedter Gerüchteküche" unsicher machen. Carsten Dietz schreibt: "Auf Nachfrage bei einem Vorstandsmitglied des SV-Förderstedt, ob sie denn wissen, warum die Halle für den Vereinssport weiterhin gesperrt bleibt, erfuhren wir, dass die Fachdienstleiterin für Schule, Jugend und Kultur, Frau Siebert, die Auskunft erteilte, dass Teile an der Deckenkonstruktion noch gesprüft werden müssen und erst dann die Freigabe für den Vereinssport erfolgen könnte." Ina Siebert sagt dazu: "Nein, Teile der Deckenkonstruktion mussten nicht überprüft werden." Sie kann nur vermuten, dass ihre Erklärungen am Telefon missverstanden wurden. Denn was sie erklären wollte und auch versucht hat zu erklären, war, dass die Wartung verschiedener elektronischer Anlagen noch durchgeführt werden muss.

Dies betrifft verschiedene Vorrichtungen wie Basketballkörbe oder Handballtore, die mittels einer elektronischen Anlage steuerbar und verschiebbar sind. Diese hängen oben an den Wänden aber nicht an der Decke.

Dennoch ist Carsten Dietz hier etwas schleierhaft. Denn auch Peter Rotter hätte dies angeblich gesagt: "Herr Rotter bestätigte gegenüber dem Vorstandsmitglied diese getroffene Aussage von Frau Siebert." Vor diesem Hintergrund verstehen die Eltern um Carsten Dietz nicht, "warum Herr Rotter jetzt von Unverantwortlichkeit und Gerüchteküche spricht, da er doch selbst die Fakten bestätigt hat".

Peter Rotter indessen fällt fast vom Stuhl, als die Volksstimme ihn danach fragt: "Wie bitte? Was soll ich gesagt haben?" Er habe mit einem Vereinsmitglied gesprochen und dabei erklärt, dass Untersuchungen an den Befestigungen vorgenommen werden müssen, so wie er es von Ina Siebert und dem Fachdienst erfahren hatte. "Ich habe aber niemals von der Deckenkonstruktion gesprochen", sagt Rotter. Er bittet Carsten Dietz, das persönliche Gespräch mit ihm zu suchen.

Beide Seiten haben ganz unterschiedliche Auffassungen darüber, wer hier was zu wem gesagt hat. Offenbar ist im Gespräch zwischen Siebert, dem Verein, dann Peter Rotter und wieder zurück, einiges missverstanden und falsch kommuniziert worden.

Geräte müssen noch gewartet werden / Staatsanwaltschaft untersagt Vereinssport

Fakt ist laut Ina Siebert, dass die elektronischen Anlagen an Basketballkörben, Handballtoren und so weiter noch gewartet werden müssen. Dazu hat die Verwaltung gestern den Auftrag an eine externe Firma fertig gemacht, sagt Ina Siebert. Die Wartung solcher Geräte kann nur durch zertifizierte Firmen durchgeführt werden. Zuvor lief die Überprüfung der Turnhalle nach Defekten, die erst abgeschlossen werden musste.

Eine Frage treibt die Eltern auch um: Warum findet der Schulsport hier statt und der Vereinssport nicht? Ina Siebert sagt: "Das hat die Staatsanwaltschaft so angeordnet." Auf Anweisung der Staatsanwaltschaft musste die Stadtverwaltung auch mit der Wartung der Geräte warten, bis die Ermittlungen abgeschlossen waren.

Die Volksstimme ersucht die Staatsanwaltschaft um Aufklärung. Eine Antwort steht aus.