Güsten/Giersleben (rki) l Der von der Kommunalaufsicht in der Verbandsgemeinde Saale-Wipper eingesetzte Landes-Beauftrage Ingo Kleinwächter kann den Vorwurf von Gierslebens Bürgermeister Peter Rietsch, er fühle sich von der Verwaltung gemobbt, nicht nachvollziehen.

"Mobbing" steht im engeren Sinn für Psychoterror am Arbeitsplatz. Typische Mobbinghandlungen sind die Verbreitung von falschen Tatsachenbehauptungen, die Zuweisung sinnloser Arbeitsaufgaben, Gewaltandrohung, soziale Isolation oder ständige Kritik an der Arbeit", zitierte Kleinwächter das Internet-Lexikon-Wikipedia.de

Den Mitarbeitern der Verwaltung der Verbandsgemeinde Saale-Wipper und ihm liege es völlig fern, Bürgermeister Rietsch zu mobben, betonte Kleinwächter. Er könne auch nicht nachvollziehen, dass Bürgermeister Rietsch von der Kommunikation abgeschnitten sein soll. "Ich kommuniziere fast jeden Tag mit ihm und verwendete dabei die E-Mail-Adresse, die er mir gegenüber angegeben hat und über die er auch mit Mitarbeitern der Verwaltung kommuniziert", so Kleinwächter.

Die Verwaltung hat auch nicht den Briefkasten der Gemeinde Giersleben abmontieren lassen, stellte er klar. Von dieser Tatsache hätte sich nach der Gemeinderatssitzung am 28. Februar 2014 jeder Teilnehmer selbst überzeugen können. Festzustellen sei allerdings, dass Giersleben eine Mitgliedsgemeinde der Verbandsgemeinde Saale-Wipper sei und somit über keine hauptamtliche Verwaltung verfüge. Die Gemeinde dürfe sich daher auch keine Bearbeitung der Eingangspost oder einen eigenen Briefkasten vorbehalten; die Bearbeitung der Eingangspost hat zentral durch die Verbandsgemeinde zu erfolgen. Die Posteingangsadresse lautet daher auch "Verbandsgemeinde Saale-Wipper für die Gemeinde Giersleben, Platz der Freundschaft 1, 39439 Güsten".

Auf die schleppende Fertigstellung der Protokolle der Gemeinderats- und Ausschusssitzungen eingehend, teilte Kleinwächter mit, dass der Gemeinderat Giersleben anders als der Kreistag des Salzlandkreises auf der Erstellung von Verlaufs- oder Wortprotokollen bestehe. Hier sei der Sitzungsdienst der Verbandsgemeinde im Jahr 2013 in der Tat an seine Grenzen gekommen.

Kleinwächter: "Ursache dafür war zum einen Personalwechsel und Erkrankungen bei Mitarbeitern, zum anderen aber auch die hohe Sitzungsdichte des Gemeinderates und des Bau- und Ordnungsausschusses. Im November 2013 fanden in Giersleben zum Beispiel drei Gemeinderatssitzungen und eine Bauausschusssitzung statt. Die übrigen vier Mitgliedsgemeinden und die Verbandsgemeinde selbst haben daneben auch noch Sitzungen durchgeführt. "

Zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit wird der Sitzungsdienst der Verbandsgemeinde Saale-Wipper im Jahr 2014 daher umstrukturiert werden.

In diesem Zusammenhang kündigte Kleinwächter an, dass der Gemeinde Giersleben von der Verbandsgemeinde auf Antrag wie allen anderen Mitgliedsgemeinden auch eine Bürokraft zur Unterstützung des ehrenamtlichen Bürgermeisters zur Verfügung gestellt werde. Eine diesbezügliche Stellenausschreibung für Giersleben sei erfolgt.

Seitens der Verbandsgemeinde werden keine Hinderungsgründe gesehen, das Auswahlverfahren kurzfristig abzuschließen und eine Bürokraft zur Unterstützung des Bürgermeisters der Gemeinde Giersleben einzustellen.

"Ich beschäftige mich bereits seit November 2013 mit dem Auswahlverfahren. Der Bürgermeister der Gemeinde Giersleben braucht im Prinzip nur noch zu äußern, ob er an den Vorstellungsgesprächen teilnehmen möchte oder nicht", sagte Kleinwächter. Die durch eine Neueinstellung bei der Verbandsgemeinde entstehenden Personalkosten werden der Verbandsgemeinde durch die Mitgliedsgemeinde erstattet, sagte der Beauftragte.