Der Vorstand des SV Förderstedt kritisiert die erneute Verpachtung der Sportlerklause an den bisherigen Pächter:

Der SV Förderstedt spielt mit seiner ersten Mannschaft in der Fußball-Landesliga Sachsen-Anhalt und ist damit der Spielklassenhöchste in der Stadt Staßfurt mit seinen Ortsteilen in dieser Disziplin.

Alle 14 Tage finden im Sportforum Förderstedt die Heimspiele statt, die nicht nur Zuschauer aus Förderstedt besuchen. Aber auch sonst kann der SV Förderstedt auf ein reges Vereinsleben verweisen.

Seit geraumer Zeit diskutieren die Stadträte und die Verwaltung der Stadt Staßfurt, wie die Vereine an den Betriebskosten zu beteiligen sind, und es soll eine Sportstättennutzungsvereinbarung erarbeitet werden. Dass dies für die Vereine eine zusätzliche finanzielle Belastung zur Folge hat, dürfte jedem bewusst sein. Allein das Aufrechterhalten des Spielbetriebes - und das auch für die Nachwuchsmannschaften - des Vereins, bedeutet einen immensen Aufwand im Ehrenamt zu betreiben. Da die Fördermittel vom Sportbund seit Jahren rückläufig sind, müssen Sponsoren, Förderer oder andere Gönner zunehmend diese Finanzierung übernehmen.

Umso wichtiger ist es für jeden Verein, neue Einnahmequellen zu erschließen. Da der Pachtvertrag mit dem bisherigen Pächter für die hiesige Sportlerklause im August 2014 ausläuft und die Stadt Staßfurt als Eigentümer unser Ansprechpartner war, bemühten wir uns als Vorstand des SV Förderstedt, die Sportlerklause in Eigenregie von der Stadt zu pachten und zu führen.

Obwohl es mehrere Gespräche dazu gegeben hat und uns mündlich zugesichert wurde, dass eine Ausschreibung erfolgt, ist der Pachtvertrag mit dem altem Pächter um fünf Jahren verlängert worden. So wurden wir vor vollendete Tatsachen gestellt, ohne ein Angebot abgegeben zu haben.

Der Stadt Staßfurt war aber auch bekannt, dass die Zusammenarbeit vom SV Förderstedt mit dem Betreiber der Sportlerklause seit geraumer Zeit (2012) aus den unterschiedlichsten Gründen aufgelöst wurde. Nun stellt sich für den Vorstand und die Mitglieder des Vereins die Frage: Warum fand keine Ausschreibung statt?

Selbst wenn es eine beidseitige Option auf eine Verlängerung gegeben haben sollte - zwischen der Stadt Staßfurt und dem bisherigen Pächter - hätte man sich der Problematik der Nichtzusammenarbeit zwischen SV Förderstedt und dem Betreiber annehmen sollen. Der Auffassung sind jedenfalls der Vorstand und die Mitglieder des SV Förderstedt.

In jeder Tagesordnung von Ausschüssen der Stadt, hier sei beispielhaft der Ausschuss für Kultur, Bildung und Sport genannt mit der Sitzung am 12. März 2014, findet man Sachanträge zur Haushaltskonsolidierung der Stadt Staßfurt. Unter anderem mit dem Inhalt-Sachantrag der SPD/FDP und der Linken "Überprüfung der Miet- und Pachtverträge in den Sportstätten". Hätte man hier als Stadt Staßfurt nicht die Chance gehabt, durch eine Ausschreibung eine höhere Pachteinnahme zu erzielen? Oder dem SV Förderstedt eine Möglichkeit gegeben, durch das Betreiben der Sportlerklause eine zusätzliche Einnahmequelle zu ermöglichen?

Nun ist aber, wie durch einen Flyer, der am Sonnabend im Briefkasten war, ersichtlich, dass der Vertrag mit dem alten Pächter um fünf (!) Jahre verlängert wurde.

Wie es der Name schon sagt, sollte eine Sportlerklause für Sportler, Vereinsmitglieder und Gäste eine Begegnungsstätte nach dem Wettkampf oder bei Vereinsfestivitäten sein. Da wir leider diese Chance als Sportverein zur Nutzung der Sportlerklause in Eigenregie von der Stadt Staßfurt nicht erhalten haben, entgeht dem SV Förderstedt eine zusätzliche Einnahmequelle, um damit einen gewissen Teil für die zu erwartenden Anteile der Betriebskosten für die Nutzung der Sportstätten zu erwirtschaften.

Im Sinne des Sports hätten wir uns mehr Fingerspitzengefühl bei der Verpachtung durch die Stadt Staßfurt gewünscht, zumal der Ausschank auf dem Sportplatzgelände allein dem Pächter der Sportlerklause vorbehalten ist.

So werden wir auch in den nächsten fünf Jahren eine andere Lokalität suchen müssen, um Siege zu feiern, Niederlagen zu verarbeiten und Feste zu begehen. Eine Sportlerklause ohne Sportler und Gästen des ortsansässigen Vereins dürfte einmalig sein.

Vorstand des SV Förderstedt: Thomas Conrad, Marcus Korte, Detlef Schuhmann, Thomas Conrad, Sylvia Lattorf, Simone Fischer und Tobias Rausch