Egeln l Wenn Feuerwehrleute in ein unbekanntes, verrauchtes Gebäude eindringen, um Menschenleben zu retten, führen sie in einer Flasche an dem sogenannten Pressluftatmer auf dem Rücken ihren eigenen Vorrat an Frischluft mit. Wenn so ein Pressluftatmer aus irgendeinem Grund defekt ist oder ein sonstiger Notfall eintritt, hilft nur besonnenes und überlegtes Handeln, um das eigene Leben zu retten. Bleibt einem Feuerwehrangehörigen inmitten von Rauch und Hitze sprichwörtlich die Luft weg, schwebt er in akuter Gefahr.

Das Verhalten in solchen Notfällen wird bei einem sogenannten Atemschutz-Notfalltraining geübt. Einige Feuerwehrleute der Feuerwehr Egeln sind als Ausbilder für solche Notfalltrainings geschult und geben ihr Wissen innerhalb der Verbandsgemeinde gerne weiter. Einige Ortsfeuerwehren haben das Angebot bereits genutzt und ein Notfalltraining absolviert. Ziel der Übungen ist es, die Feuerwehrleute auf einen einheitlichen Ausbildungsstand zu bringen, um bei einem Notfall gemeinsam gezielt und überlegt handeln zu können. Einer der Übungsleiter ist der Egelner Feuerwehrmann Andreas Nitschwetz. Gemeinsam mit sechs Atemschutzgeräteträgern der Feuerwehr Borne führte er im ehemaligen Verwaltungsgebäude der alten Malzfabrik kürzlich ein Notfalltraining durch. Zwei weitere Trainings mit Kameraden der Feuerwehren Wolmirsleben und Hakeborn folgten. Die Egelner Kameraden Andreas Schnaak, Steffen Jünemann, Steffen Malucha, Michael Witte sowie ein Kamerad der Feuerwehr Unseburg unterstützten Andreas Nitschwetz bei den Ausbildungseinheiten.

Drillmäßig geübt wird unter sogenannten Null-Sicht-Bedingungen, wie sie auch im realen Einsatz herrschen. "Das heißt, dass den übenden Feuerwehrleuten die Sichtscheibe der Atemschutzmaske zugeklebt wird", erklärt Andreas Nitschwetz. Herrscht im Einsatz dichter Rauch, ist ebenfalls keine Sicht möglich. Verschiedene Notfälle werden dann simuliert. "Beispielsweise lernen die Einsatzkräfte, wie es sich anfühlt, wenn die Luft ausgeht, in dem das Ventil der Atemluftflasche zugedreht wird", so der Feuerwehrmann. Bei der sogenannten U-Boot-Übung wird trainiert, sich von einem anderen Pressluftatmer mit Luft zu versorgen, falls das eigene Gerät nicht mehr funktioniert. Das kostet einige Überwindung. Schließlich gilt es, den Luftanschluss von der eigenen Maske abzuschrauben und dann für kurze Zeit die Luft anzuhalten, bis man sich quasi blind an das andere Gerät angeschlossen hat. Geübt wurde auch die sogenannte Tauchertechnik, bei der zwei Truppmitglieder sich gegenseitig abwechselnd an einen Pressluftatmer anschließen, für den Fall dass ein Gerät ausfällt.

Die Feuerwehr Egeln wird die Notfalltrainings weiterhin für Wehren der Egelner Mulde anbieten und ausbauen. Schließlich dient diese Ausbildung der Sicherheit der Kameraden und stärkt nicht zuletzt das Gemeinschaftsgefühl und den Zusammenhalt der Feuerwehr innerhalb der Verbandsgemeinde.