Irgendwie hatte er es geahnt, als beim Kanal- und Sickerbrunnenbau 2013 der Straßengrund nachgerutscht war. Mit einem Loch an der Osmarsleber Lindenstraße wurde es am Mittwochmorgen offensichtlich, dass der Baugrund wohl doch nicht genug verdichtet wurde. Am meisten ärgert Achim Wendt, dass keine Behörde seine Warnungen für voll nimmt.

Osmarsleben l "Bis dahin funktionierte der Schluckbrunnen", erinnert Achim Wendt an den Zeitpunkt, als der Fahrbahnuntergrund nachgab. Und auch nach dem Bau des neuen Sickerbrunnens vor seiner Haustür sei das Erdreich seiner Meinung nach nicht wieder richtig verdichtet worden.

Jetzt steht am Rand der Lindenstraße vielerorts das Wasser. Andererseits öffnete sich gestern der Randstreifen direkt vor Wendts Haus. "Wir hatten gerademal sechs Milliliter Niederschlag. Was soll das werden, wenn es mehr regnet?" kann der Osmarsleber vor allem nicht verstehen, warum niemand von den Behörden - weder bei der Verwaltungsgemeinschaft Saale-Wipper noch beim Landkreis - auf seine Warnungen reagiert. Schon bei den Bauarbeiten nicht, und gestern erneut nicht.

Bis auf eine Warnbake, die ein Güstener Bauhofmitarbeiter an die Stelle von Wendts privatem Warndreieck rückte, passierte nichts. "Wahrscheinlich muss erst richtig was passieren, bis die Verwaltungen wach werden", mutmaßt der Anlieger, der erst vor wenigen Tagen ein paar Meter weiter ein anderes Loch mit Schotter auffüllte und sich auch darüber ärgert, dass "die Zuständigkeiten hin und her geschoben werden". Die Lindenstraße ist eine Kreisstraße. Die Nebenbereiche gehören der Kommune.

"Der Grund unter dem Baum hier ist auch hohl. Ich möchte nicht, dass ein Kind auf dem Schulweg da reinrutscht oder gar ein Lkw", hofft Achim Wendt. Bis gestern Abend tat sich nichts weiter in Sachen Gefahrenabwehr. Auch war weder beim Landkreis noch beim Saale-Wipper-Bauamt jemand am Nachmittag zu einer Stellungnahme zu erreichen.