Löbnitz l Eine schöne Tradition ist der Erntebittgottesdienst im Löbnitzer Park geworden. Idyllisch unter Bäumen hatten Mitglieder der Kirchgemeinde wie Xenia und Karl-Albrecht Bartmer und Margot Wesche ein Plätzchen für die Andacht mit Pfarrer Thomas Weigel hergerichtet. Rund 30 Menschen hatten sich in dem Ort mit zirka 250 Einwohnern an den Bänken eingefunden, um für eine reiche Ernte zu beten und dann Kaffee und Kuchen der fleißigen Frauen zu genießen.

"Wir wollen mit dieser Tradition zum einen das Dorfleben ein wenig aktiver gestalten. Wir freuen uns, wenn Menschen dazukommen, die sonst nicht viel mit der Kirche zu tun haben", erklärt Xenia Bartmer. Wenn solche regelmäßigen Treffen und Veranstaltungen die Gemeinde noch enger zusammenschweißen würden, wäre dies doch schön für das kleine Bodedorf, meint sie. "Und zum anderen sind wir als Gläubige natürlich der Ansicht, dass zu jedem Dorf auch eine Kirche gehört. In Löbnitz gibt es heute vieles nicht mehr, was es früher einmal gab. Aber die Kirche und die Gemeinde sollen doch zumindest im Dorf bleiben", erklärt Xenia Bartmer.

Zusammen mit den Hohenerxlebenern und dem dortigen "rührigen Heimatverein", wie Xenia Bartmer sagt, hat sich die Tradition entwickelt, sich mit Erntebitt und Erntedank abzuwechseln. Daher feiern die Kirchgemeinden im Herbst das Erntedankfest wieder zusammen in Hohenerxleben. Auch die enge Zusammenarbeit zwischen den Landwirten aus den beiden Orten hat zur Entstehung dieser Tradition beigetragen.

Einmal im Monat hält Pfarrer Thomas Weigel in der Löbnitzer Kirche den Gottesdienst ab, dazu kommt er noch einmal im Monat in das Altenpflegeheim, um dort für die zirka 100 Senioren zu predigen. Leider gibt es sonst keine kirchlichen Aktivitäten mehr in Löbnitz, wie Xenia Bartmer bedauert. "Manchmal sind drei Leute bei uns im Gottesdienst und wenn es zehn sind, dann sind wir wirklich gut." Was sich hier sehr wenig anhört, ist eigentlich eine gute "Kirchgänger-Quote": 160 der zirka 250 Einwohner sind in der Kirche und wenn zehn davon in die Kirche kommen, dann ist der Prozentsatz höher als in anderen Gemeinden.

Bei der Andacht am Sonntag, zu der Menschen aus Löbnitz, Hohenerxleben, Nienburg, Staßfurt oder Hecklingen gekommen waren, sprachen Xenia Bartmer und Pfarrer Thomas Weigel einen Dialog. Darin ging es um Sonne und Regen und dass Gott diese Güter gleichermaßen unter allen Menschen verteile. "Mancher empfindet den Regen als negativ, aber für die Bauern ist er essenziell", erklärt Xenia Bartmer eine Bedeutung des Erntebittgottesdienstes. Es ging auch um die Abhängigkeit des Menschen von Wetter und Natur und um das Vertrauen, dass Gott dies alles lenken werde.

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