Es hätte auch anders kommen können. Doch der Großteil der Eltern blickt lieber nach vorn - auf eine neue Zeit für ihre Kinder in der Grundschule Giersleben. Der Abschied von der Neundorfer Grundschule wurde jedenfalls noch mal ganz groß gefeiert.

Neundorf l "Wir freuen uns auf Giersleben", beschreibt Verena Seichter, auch wenn sie wie viele andere Eltern auch natürlich lieber ihre Grundschule in Neundorf behalten hätte. Am meisten kritisiert sie den Umgang mit den Eltern, die sich sehr schlecht informiert fühlten und eigentlich erst so richtig wach wurden, als sie einen Brief im Hausaufgabenheft ihrer Kinder fanden. Darin wurden sie aufgefordert, einen Fahrausweis-Antrag Richtung Uhlandschule Staßfurt zu stellen. "Mit den Eltern wurde nicht mal das Gespräch gesucht, welche Alternativen es noch gäbe." Wer weiß was geworden wäre, hätten die Eltern nicht um die Beschulung in Giersleben gekämpft. Man hätte sogar den Fahrdienst selbst organisiert, wenn das nicht geklappt hätte. Doch die Kinder freuen sich, meint die Mutter. "Wir haben sogar schon ganz liebe Briefe von Giersleber Kindern an ihre neuen Mitschüler bekommen. Und einige besuchen sich sogar schon gegenseitig, bevor das neue Schuljahr beginnt."

Von den 50 Kindern sind momentan 36 für Giersleben gemeldet. Es gibt auch einige Neundorfer, die lieber nach Staßfurt fahren. "Das eine Jahr wird unser David noch aushalten. Für uns ist Staßfurt praktischer. So spielt er zum Beispiel auch Fußball in Staßfurt", erklärt Nancy Büchtemann.

Während die Eltern wohl nun mittlerweile alle wissen, in welche Richtung es ihre Kinder verschlägt, sieht es bei manchen Lehrern etwas anders aus. Schulleiterin Hilka Waschk meint dazu nur, dass sie ihre neuen Wirkungsstätten im Umkreis finden werden. Genaueres ist ihr nicht zu entlocken.

Vor allem der Schulelternrat tat nun aber alles, um den Grundschülern den Abschied etwas zu erleichtern und noch mal richtig "auf die Pauke zu hau`n". Daniela Kühne hatte maßgeblichen Anteil daran, eine Water-Soccer-Anlage auf den Sportplatz nach Neundorf zu holen. Die kleinen Fußballer nahmen das Spielvergnügen im Wasserbad als willkommene Erfrischung, sie standen sogar Schlange. Am morgigen Donnerstag wird das feucht-fröhliche Spiel auch die Schüler des Dr.-Frank-Gymnasiums Staßfurt zum Hoffest erfreuen.

Auch die Feuerwehr von Neundorf unterstützte das Fest unter anderem mit Wasserspielen und -spritzen. Ein weiteres stark frequentiertes Spielgerät war das Trampolin-Bungee-Springen. Hierfür hatte sogar die Stadt etwas springen lassen. Für die Kinder waren alle Angebote, Essen, Trinken, Eis und Zuckerwatte derweil kostenlos. "Wir haben im Frühjahr einen Lauf organisiert, bei dem 1000 Euro in die Schulkasse reinkamen", erklärt Daniela Kühne.

Für die kulturelle Quote sorgten am Freitagnachmittag noch die AG Kleine Trommler und Gitarristen. Später unterhielten die jungen Musiker von Roundback die Gäste.

Die Hoffnung, dass Kinder das gesellige Leben in Neundorf mitgestalten, liegt nun noch auf dem Hort, der nach wie vor erhalten bleiben soll, und auf der Kita Pusteblume. Und nicht zuletzt daran, wie die Vereine den Nachwuchs für sich interessieren.

   

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