Osmarsleben/Güsten l Es ist immer wieder erstaunlich, welche Erinnerungen durch alte Fotos geweckt werden. Wie nachfolgende Zeilen zeigen, war das auch mit dem nebenstehenden Foto aus der Sammlung des Heimatvereins Ränzelstecher Güsten-Osmarsleben der Fall.

Nico Michalewicz war der Erste, der richtig auf die einstige Gaststätte mit Tanzsaal in Osmarsleben tippte. "Das Foto von der ,Lindenklause` in Osmarsleben muss von Mitte der 1970er Jahre stammen", meint der Osmarsleber. "Von vor dem großen Umbau durch den Konsum. Da befanden sich Kneipe und Saal noch unter einem Spitzdach. Hinter den großen Fenstern befand sich der Saal."

"Bei einem Heimatfest war mal die Bierlieferung ausgeblieben, obwohl das Fest schon in Gange war."

Und Nico Michalewicz muss es wissen als Enkel des einstigen langjährigen Wirts. Sein Opa Gerhard, den meisten wohl eher als "Krelle" bekannt, bewirtschaftete das Lokal von 1972 bis 1990.

Als Nachfolger-Wirte zählt der Osmarsleber noch auf: Knakowski, Berger, Eckardt. Das Foto sei sicher bei einem Heimatfest aufgenommen worden, so Nico Michalewicz. Das werde zwar heutzutage weniger besucht, "ist aber noch immer eines der größten in der Gegend".

Richtig lag auch Karin Rzodeczko aus Güsten. "Meine Tante Knakowski war da mal Wirtin. Ja, damals wurde zum Heimatfest auch vor der ,Lindenklause` aufgebaut. So viel Platz wurde benötigt. Der Festplatz reichte nicht aus." Die Heimatfeste in Osmarsleben seien immer schön gewesen. Aber auch heute müsse man froh sein, dass es noch Menschen gebe, wie die vom Dorfclub, die noch was derartiges auf die Beine stellen.

Nur gute Erinnerungen an das Lokal weckte das Foto auch bei Gerhard Heede. "In der ,Lindenklause` habe ich mit meiner Anita die grüne Hochzeit und auch die silberne Hochzeit gefeiert." Auf dem Foto habe er sogar drei ehemalige Kollegen erkannt. Eine Episode fällt dem Osmarsleber noch ein beim Betrachten der Aufnahme: "Bei einem Heimatfest war mal die Bierlieferung ausgeblieben, obwohl das Fest schon in Gange war. Was hat die Wirtin am Telefon geschimpft, die mehrmals die Brauerei in Staßfurt anrief. Das half aber. Denn das Bier kam dann noch."

"Das kann nur Osmarsleben sein", schrieb uns Dorit Rulz. "Von 1956 bis 1961 haben wir sogar in diesem Haus gewohnt. Meine Eltern, H. und H. Müller, waren in dieser Zeit die Wirtsleute der Gaststätte, die damals noch den Namen ,Haus der Einheit` trug. Die Güstenerin schickte sogar noch ein Foto aus "ihrer" Zeit.

Ralf Elstermann erkannte auch die "Lindenklause" zur Heimatfestzeit. Der Güstener fand: "Das Beste dabei waren immer Auf- und Abbau. Da hat jeder was von zu Hause mitgebracht, hausgeschlachtete Leberwurst oder Brötchen, natürlich auch Getränke. Die Stimmung war immer doll." Auch Erika Jabin aus Güsten erlebte dort viele schöne Feiern in der "Lindenklause".

Und Ulrich Brösicke erinnert sich ebenfalls gern an seine Junggesellenzeit, in der er so manche Stunde in der "Lindenklause" und beim Heimatfest in Osmarsleben erlebte.

"Ich bin der rechts neben dem Lichtmast. Der etwas Kräftigere mit den Haaren bis über die Ohren."

"Da war immer Remmidemmi." Ihm sind besonders die großen Festzelte in Erinnerung, die von Zirkus Probst ausgeliehen wurden und in denen immer "Künstler der dritten Garnitur" auftraten. Auf dem Foto hat er sich übrigens selbst erkannt. "Ich bin der rechts neben dem Lichtmast. Der etwas Kräftigere mit den Haaren bis über die Ohren." Und der Amesdorfer zählt noch etliche Kumpel aus seiner Junggesellenzeit auf, die auf dem Foto sind, wie Jürgen Kratochwill, Hans-Heinrich Becker, Manfred Fuhrwerk, Werner Binder, Hans Schulz und Manfred Schneidewind.

Den Teilnehmern des Heimatfotorätsels sei wieder herzlich gedankt, vor allem dafür, dass sie andere an ihren Erinnerungen teilhaben lassen.

Unsere Glücksfee entschied sich für Nico Michalewicz als Gewinner eines Erinnerungsgeschenks. Er kann wählen aus Sporttasche, Regenschirm, Badetuch mit Tischuhr, Kaffeetasse oder Volksstimme-Biber.

 

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