In Hecklingen hat ein Ehepaar nach der Rückkehr aus dem Urlaub keine schöne Überraschung erlebt. Vor der Haustür wurde randaliert. Dabei gingen liebevoll hergerichtete Blumenkübel zu Bruch. Bei der Polizei wurde aber kein Fall von Vandalismus gemeldet.

Hecklingen l In der Nacht zum Sonntag soll es passiert sein. Das haben Dagmar und Günther Stange aus Hecklingen von Nachbarn erfahren als sie am Montag aus dem Urlaub zurückkamen. Ihnen wurde berichtet, dass Randalierer gegen 3 Uhr in der Nacht durch die Schulstraße zogen.

"Bei uns haben sie sich so richtig ausgetobt und mit den Scherben noch Fußball gespielt."

Eine Konifere, die Dagmar Stange selbst gezogen hat, schleuderten die Täter quer über die Fahrbahn. Blumentöpfe mit Bepflanzungen wurden von ihren Holz-Sockeln heruntergetreten. "Bei uns haben sie sich so richtig ausgetobt und mit den Scherben noch Fußball gespielt", ist Dagmar Stange sauer. Zumal sie bemüht ist, den Hauseingang schön herzurichten.

Denn die Pilzberaterin aus Hecklingen bekommt oft Besuch von Leuten, die ihren Rat schätzen. Pflanzen vor der Haustür sind für die Naturexpertin daher als netter Willkommensgruß selbstverständlich.

Dagmar Stange vermutet, dass das verlorene Fußballspiel der Deutschen Nationalmannschaft Anlass für den Frust der Randalierer gewesen ist. Dabei sei es nicht das erste Mal gewesen, das "Fans" sich unsportlich verhielten, so die Vermutung. "Egal ob eine Mannschaft gewinnt oder verliert - unsere Pflanzschalen haben immer darunter zu leiden", ist die Hecklingerin verärgert. Schon einmal war die Dekoration vor der Hautür achtlos zerschlagen worden. Damals hatte die Nationalmannschaft vor dem nächtlichen Streifzug aber gewonnen, berichtete Dagmar Stange. Sie hat damals keine Anzeige erstattet. Auch Zeugen, die den jüngsten Vorfall beobachten, riefen keine Polizei.

Folglich liegt im Revierkommissariat in Staßfurt keine Information zur Tat am zurückliegenden Wochenende vor. Darauf angesprochen, ob Ereignisse von Vandalismus in Hecklingen in der jüngsten Vergangenheit zu verzeichnen sind, erklärte Kriminalhauptkommissar Rolf Strehler: "In Hecklingen ist uns jüngst kein Fall bekannt." Er schloss aber nicht aus, dass über einen längeren Zeitraum Vorfälle gemeldet wurden.

Unter Vandalismus versteht der Polizist grundsätzlich das, was der Bürger ebenfalls damit verbindet. "Das mutwillige Zerstören von Dingen, eben die typischen Fälle allgemeiner Sachbeschädigung, etwa durch Graffiti oder Feuer. Eine Rolle spielt auch die Beschädigung an Autos, etwa das Zerstechen von Reifen oder Zerkratzen des Lacks."

Wie sollten sich Bürger verhalten, die Randalierer wie jüngst in Hecklingen beobachten? "Auf keinen Fall sollte man den Helden spielen, sondern sich die Gesichter der Leute merken oder Nummernschilder notieren und die Polizei anrufen." Als Beispiel, wie der Bürger Schaden abwenden kann, bringt Rolf Strehler ein Beispiel aus der Silvesternacht an. "Hier haben wir immer wieder Meldungen, die wegen gesprengter Briefkästen eingehen. Jemand wirft einen Böller rein, die Kästen fliegen auseinander. Das gibt einen großen Schaden." Rolf Strehler selbst ergreift Jahr für Jahr für Jahr die schadenssichernde Maßnahme und schraubt seinen Kasten daheim vorsorglich ab. In Hecklingen wird Dagmar Stange ebenfalls dafür sorgen, dass nichts mehr zu Bruch geht. Sie bettet ihre Pflanzen demnächst in Holzstämme mit Loch ein, die als Pflanzschale dienen und nicht zerbrochen werden können. Auf Blumenschmuck verzichten, möchte Pilzberaterin auf keinen Fall.