Die Gemeinschaftsschule in Egeln sollte als Chance begriffen werden, meint die Mehrheit des Verbandsgemeinderates. Nur so werde es später einmal eine Abiturstufe geben.

Egeln l Die Sekundarschule Egeln hat einen Antrag zur Umwandlung in einer Gemeinschaftsschule gestellt. Künftig sollen die Schüler hier auch in Abiturklassen unterrichtet werden. Das Thema beschäftigt auch den Verbandsgemeinderat. Manfred Püchel (SPD) beschwert sich darin beim Egelner Bürgermeister und Kreistagsmitglied Reinhard Luckner (UWG Salzland/UWGE) über seine öffentlichen Äußerungen zur Gemeinschaftsschule. Er habe das Gefühl, Luckner sei als einsamer Kämpfer unterwegs, sagt er.

Dabei hätten mehrere Kreistagsmitglieder aus der Egelner Mulde an den Sitzungen teilgenommen, bei denen es um die Gemeinschaftsschule ging, sagte er. Aus der letzten Veranstaltung mit dem Landkreis sei er weitgehend wütend herausgegangen, bekennt Manfred Püchel. Denn das Ziel, den Abiturabschluss in Egeln vorerst zu erhalten, werde es mit dem Gemeinschaftsschulkonzept für Egeln erst einmal nicht geben. Nur bis zur achten Klasse sollen die Abiturstufen laufen, anschließend müssten die Kinder in ein Gymnasium umgeschult werden. Allerdings bestehe die Möglichkeit in vier Jahren, so Püchel weiter, bei ausreichender Kinderzahl in der Gemeinschaftsschule doch das Abitur abzulegen. Er fordert die Lokalpolitiker der Egelner Mulde auf, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Wichtig sei es nun vor allem, die Eltern von dem Vorteil des Konzepts zu überzeugen. Wenn die Eltern dem Konzept nicht trauen, rücke das Abitur in der Egelner Mulde in weite Ferne. Reinhard Luckner reagiert während der Sitzung nicht auf die Vorwürfe.

Verbandsgemeinderat Sven Rosomkiewicz (CDU) unterstützt die Forderung Püchels. "Wir müssen die Eltern mitnehmen, sonst ist das Konzept zum Scheitern verurteilt", schätzt er ein.

Schon im kommenden Jahr könnte die Egelner Sekundarschule nach dem vorliegenden Antrag in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt werden, sagt Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr (parteilos). Fristgerecht hatte die Schule den Antrag gestellt. Nun müsse sich das Landesschulamt mit dem Antrag befassen. Gleichzeitig bereite der Landkreis als Schulträger eine Beschlussvorlage für den Kreistag vor. Denn der Kreistag muss den Schulentwicklungsplan für den Salzlandkreis entsprechend anpassen.

Die Konzeption der Sekundarschule für die Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule sei vom Kultusministerium als genehmigungsfähig eingeschätzt worden, heißt es aus der Lokalpolitik.