Atzendorf l Die Staßfurter Liberalen treten mit einem eigenen Kandidaten bei der Oberbürgermeisterwahl am 29. März an.

In einer Wahlversammlung am Dreikönigstag in Atzendorf nominierten die 16 anwesenden, stimmberechtigten Mitglieder den FDP-Fraktionschef des Stadtrates, Johann Hauser, einstimmig als ihren Bewerber. Der 61-Jährige hatte sich als einziger Kandidat der Partei zur Verfügung gestellt.

Ihn gehe es dabei nicht um sich, sondern um die Stadt. "Ich habe auch so mein Auskommen", sagte der Unternehmer, der sich über das "plan- und kopflose Dahinwursteln und den irreführenden Populismus" des Amtsinhabers aufregt. Er habe das Gefühl, dass es in der Stadt Leute gebe, die versuchen, Schneebälle zu rösten.

"Wir brauchen in Staßfurt Offenheit und volle Information der Bürger", betonte Hauser. Sollte er zum Rathauschef gewählt werden, würden die "Geheimbundstrategen und Hinterzimmer-Visionäre" mit ihm ein Problem bekommen.

Die Salzstadt befinde sich in einem unglaublichen Konkurrenzkampf mit Aschersleben und Bernburg und müsse ihre Politik darauf ausrichten. Da passe es nicht, dass Investoren sich vier Jahre lang vergeblich im Rathaus um Unterstützung bemühen müssen. So etwas spreche sich sehr schnell in diesen Kreisen rum und sei deshalb kontraproduktiv. "Die beste Ansiedlungspolitik gibt es dort, wo die Wirtschaftspolitik Chefsache ist. Der Chef hat sich zu kümmern und die Arbeit zu verteilen", so Hauser.Als Pluspunkt für sich wertete er nicht nur seine Erfahrungen aus seiner 16-jährigen Tätigkeit im Stadt- und Gemeinderat, sondern auch seine Kreistagsarbeit. Letztere könne kein anderer der derzeit bekannten Bewerber vorweisen, sagte der FDP-Politiker.

Wie wichtig eine solche Vertretung der Stadt im Kreisparlament sei, habe sich beim Kampf um die Wiedereröffnung des Klinik-Standortes Staßfurt gezeigt. Hauser: "Politik ist ein Netzwerk. Da kommt es darauf an, dass die richtigen Menschen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind." Auf die Vielzahl der Oberbürgermeister-Kandidaten eingehend, sagte der FDP-Politiker, dass sei auf die "Schwäche" des Amtsinhabers zurückzuführen, aber auch ein Zeichen der Demokratie.

"Ich finde die Kandidatur von Johann Hauser gut. Es muss jemand von der FDP antreten, um das Profil der Partei zu stärken", sagte Glöthes Ex-Bürgermeister Winfried Sperling. Dazu sagte Hauser: "Ich werde keine FDP-Politik machen, sondern setze auf eine überparteiliche Zusammenarbeit."

Neben Hauser kandidieren auch Amtsinhaber René Zok, Simona Rössing (für die Linken), Christian Boos (CDU), Sven Wagner (SPD) und Eric Maindok (UBvS).