Die Kameraden der Ortsfeuerwehr Staßfurt haben im Jahr 2014 wieder etliche Stunden ihrer Freizeit geopfert. Nicht nur das Löschen von Bränden gehört zu ihren Aufgaben, sondern vieles mehr.

Staßfurt l Für den Leiter der Staßfurter Ortswehr, Steffen Aermes, war das Jahr 2014 eines "ohne besondere Höhen und Tiefen", wie er auf der Jahreshauptversammlung am Sonnabend sagte. Dramatische Einsätze spielten sich bei Bränden von Wohnhäusern - in der Steinstraße im Januar, am Wächterplatz im März, in der Goethestraße im August und in Löderburg im November - ab. Eine Premiere für die aktiven Kameraden war ein Einsatz bei einem Verkehrsunfall auf der A14. Im April gab es etliche Flächenbrände in den Bruchwiesen, bei denen Aermes Brandstiftung vermutete.

Der Ortswehrleiter hat weiterhin festgestellt, dass es 2014 neuerdings in etwa gleich viele Brandeinsätze wie Einsätze für technische Hilfesleistungen gab. Während die Kameraden die Jahre zuvor öfter löschen mussten, mussten sie nun fast genauso oft Tragehilfe für verletzte Personen leisten oder Türen öffnen. "Um dieser Situation gerecht zu werden, konnten wir Türöffnungswerkzeug beschaffen", das in "zahlreichen Selbstversuchen" erprobt wurde.

Die Leistung der Kameraden war im Jahr 2014 immens: Zu 125 Einsätze fuhren sie. Summiert sind das 4328,5 Stunden für alle Kameraden zusammen. Bei diesen Einsätzen handelte es sich um 50 Brände, 47 technische Hilfeleistungen, 16 Brandmeldeanlagen (Ausrücken bei Fehlalarm durch Rauchmelder) und dreizehn sonstige Einsätze.

Das war aber längst nicht alles. Das Aufgabenspektrum der Feuerwehr ist wesentlich größer. Zum Dienst gehören ebenfalls etliche Ausbildungsstunden, in die die Kameraden 2014 insgesamt 2591 Stunden investierten. Dazu kommen die Sicherheitswachen, etwa bei Veranstaltungen im Salzlandtheater, bei Festen oder Aktionen. "Ich will dies auf weitere 1000 Stunden schätzen", so Ortswehrleiter Steffen Aermes. Addiert man Einsätze, Ausbildung und Wache waren es 7920,5 geleistete Stunden aller Kameraden in 2014.

Die Wehr besteht zwar aus 34 aktiven Männern und neun aktiven Frauen, dennoch ist bekannt, dass es bei Einsätzen oft immer derselbe "harte Kern" ist, der ausrückt, zum Beispiel weil einige Kameraden einen zu weit entfernten Arbeitsplatz haben. "Es ist längst an der Zeit, unsere Mitgliederstärke anzuheben", meinte Steffen Aermes. Alterskameraden sind zur Zeit zwölf in der Ortswehr, dazu ein Ehrenmitglied.

Neben Ausflügen der erwachsenen Kameraden - es gab im September zum Beispiel eine Radtour bis hoch auf den Brocken - kommt die Betreuung der Nachwuchses hinzu. So berichtete Jugendwartin Sabine Worch, die bei der Jugendfeuerwehr mit weiteren Kameraden 14 Jungen und zwei Mädchen betreut, von ganzen 28 Veranstaltungen und regelmäßigen Diensten in der Hauptwache.

Ausbildung in Theorie und Praxis, Zeltlager, Party und Ferienaktionen haben die Kameraden für den Nachwuchs organisiert. Während Dinge wie das Üben des Löscheinsatzes "den Kindern immer ganz viel Spaß macht", wie Sabine Worch sagte, wächst bei der Jugendfeuerwehr vor allem der dringend benötigte Nachwuchs heran.

Von ebenso vielen fröhlichen und spaßigen Stunden berichtete auch der Kinderwart Tobias Kuske. Mit einem Team bringt er neun Jungen und sechs Mädchen bei der Kinderfeuerwehr bei, was es mit dem Feuerwehrleben auf sich hat. Auf spielerische Art und Weise wird Erste Hilfe geübt, wenn sich die Kleinen mit Binden als Verletzte verkleiden oder beim Müllsortieren etwas über den Umweltschutz lernen.

Oberbürgermeister René Zok dankte den Kameraden für ihren Einsatz, nicht nur weil sie mit dem Brandschutz eine Pflichtaufgabe für die Stadt erfüllen, sondern mit ihren Aktivitäten auch zum Gemeinwohl beitragen. Für 360000 Euro will die Verwaltung demnächst einen neuen Gerätewagen für die Ortswehr anschaffen. Weitere Gelder sollen in Ersatz und Reparatur der Ausstattung gesteckt werden.

   

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