Der 53. Güstener Karneval erlebte am Sonnabend im Bürgerhaus der Ränzelstecherstadt einen fulminanten Start, nachdem die Narren am Sonntag, 1. Februar bereits den Senioren ihr diesjähriges Programm vorgestellt, hatten. Es war mit 22 Punkten wieder spritzig, abwechslungsreich und bunt. Die Mitwirkenden des Güstener Frauenchors Victoria und des Männerchors Germania sowie der Freizeitverein und weitere Helfer sorgten wieder dafür, dass die Ohrwürmer, Gags und Frotzeleien den Besuchern nach lange in Erinnerung bleiben werden. Diese kamen nicht nur aus Güsten, sondern zum Teil sehr weit her, wie Beate Ecke aus der Staßfurter Partnerstadt Lehrte in Niedersachsen oder wie Elke Müller sogar aus Garmisch Partenkirchen in Bayern. Die meisten waren nicht ohne ein originelles Kostüm erschienen. Karnevals-Präsident Joachim Rosenthal führte wie immer mit einem Spritzer Humor durch den Abend Als erste Amtshandlung des Abends verkündete das diesjährige Prinzenpaar Chayenne I. und Steven I. die Kussfreiheit, um gleich danach selbst davon Gebrauch zu machen. "Wir herrschen über Güsten das ganze Jahr", kündigten sie in ihrer Proklamation an. Später hatten sie das Glück, alle Künstler zu busseln. Anders als in den Vorstands-Etagen der DAX-Unternehmen, wo demnächst eine Frauenquote von 30 Prozent gelten soll, war der Güstener Ministerrat komplett in weiblicher Hand, wie der Präsident mit Freude feststellte. Keine Frau, sondern ein Mann (Thomas Huhnstock) verbarg sich hinter dem Kostüm des Schlabberweibs Hilde aus Klein Moskau (Osmarsleben). Er sorgte ebenso für Lacher wie das Kölner Dreigestirn, das über den Flughafen Cochstedt in Güsten einflog. Die Anfahrt mit der Bahn hätte man denen wegen dem schlechten Zustand des örtlichen Bahnhofes nicht zumuten können, so Rosenthal. Für Stimmung sorgten auch die Gesangstalente Katrin und Torsten Müller, Thomas Huhnstock, Christian Semmel und Andreas Seebacher. Besonders sehenswert waren auch die Tanzgruppe des Freizeitvereins, die Güstener Rassekatzen, die Tanzgruppe Pauline sowie das Männerballett der Güstener Dorfrocker, DJ Ötzi und Antonia aus Tirol, die Osmarslebener Schürzenjäger sowie Katrin und Torsten Müller mit Dirty Dancing, wobei Torsten Müller auch noch die Güstener Jungfrau "heben" musste. Die vielen Zugabe-Rufe und der stürmische Applaus waren für die Karnevalisten der beste Lohn und Ansporn für die nächste Saison, wenn es wieder heißt: "Ränzelstecher Helau!"

   

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