In Wolmirsleben gastiert ein Projektcircus mitten im Ort. Im Kuppelzelt üben seit gestern die Wolmirslebener Kinder für ihren großen Auftritt. Denn heute und morgen öffnet sich der Vorhang für die Eltern und Verwandten.

Wolmirsleben l Zwei Tage sind nötig, um aus einem gewöhnlichen Kindergarten- oder Schulkind ein Zirkuskind zu machen. Das erleben seit gestern Vormittag die Schüler der Grund- und Basisförderschule sowie die Vorschulkinder der Kindertagesstätte. Zusammen haben sich die Einrichtungen den 1. Ostdeutschen Projektcircus in den Ort geholt. Das Unternehmen betreibt drei Zirkuszelte, die im ganzen Jahr durch die Bundesrepublik reisen und Schulen und Kindereinrichtungen diese einzigartige Erfahrung anbieten.

Die Nachfrage ist so groß, dass die Zelte auf Jahre hinaus ausgebucht sind, sagt Zirkuschef Markus Sperlich. Bevor die Kinder sich auf ihren eigenen Auftritt vorbereiten, zeigen die Artisten, was einen guten Auftritt in der Manege ausmacht. Staunend erleben die Kinder eine kleine Show. Dass sie in einigen Tagen selbst in der Manege stehen werden, ist ihnen da noch nicht so bewusst. Erst als der Clown sich abschminkt und Zirkusdirektor Marko Sperlich die Kinder in Gruppen aufteilt, beginnt die eigentliche Arbeit.

Elf Stationen gibt es für die insgesamt 205 Kinder in dem Projektcircus. Je nach körperlicher Eignung haben sich die Kinder für eine der Nummern entschieden. Ganz besonders anspruchsvoll sind die Übungen am Trapez. Hier kommt es auf die körperliche Kondition an. Richtig schwer sei aber auch die Clown-Nummer, verrät der Chef. Hier müssen sich die Kinder sehr viel merken. Ein sehr gutes Gedächtnis sei hier wichtig.

Mit dem Projekt erfüllen sich Lehrer und Schüler einen langen Traum, sagt die Grundschulleiterin Mareike Pilz. Die Mittel für das Projekt hat die Schule in den vergangenen Jahren gesammelt. Bei zahlreichen Veranstaltungen kam so der Betrag für den Zirkus zusammen.

Das Zirkusprojekt soll den Kindern mehr Selbstvertrauen geben, den Zusammenhalt in der Gruppe festigen und den Kindern ein Erfolgserlebnis bescheren, sagt Mareike Pilz. In ihren Gruppen werden sie sich bis heute Nachmittag auf den Auftritt vorbereiten. Erstmals werden viele von ihnen vor einem großen Publikum auftreten. Bei dem Projekt geht es auch darum, die Schwelle zu überschreiten und Erfahrungen zu sammeln, schildert sie.

Während der Übungen achten die Trainer darauf, dass sich die Kinder konzentrieren. Nur so gelingt es ihnen, die geplanten Kunststücke beizubringen. Weil in dem Zirkuszelt nicht genug Platz für alle Kinder ist, weichen die Trainer mit den Kindern auf die Turnhalle sowie die Klassenräume aus. Hier wird den ganzen Tag geprobt.

Heute Nachmittag und morgen öffnet sich der Vorhang dreimal. Damit alle Eltern und interessierten Verwandten der Kinder die Vorstellungen sehen können, gibt es drei Vorstellungen, erklärt Markus Sperlich. Auch in der Manege sind die Trainer natürlich mit dabei und helfen und unterstützen die Schüler. Oberstes Gebot ist, dass keinem Kind bei den Vorführungen etwas passiert. Die Sicherheit hat schon bei den Proben einen sehr hohen Stellenwert. Das machen die Trainer den Kindern immer wieder klar.

 

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