Der Staßfurter SPD-Stadtchef Michael Hauschild will im nächsten Jahr in den Landtag. Der 60-Jährige ist auf einer Wahlkreismitgliedervollversammlung als Kandidat für den Wahlkreis Staßfurt nominiert worden. Als sein Ersatzkandidat erhielt Sebastian Sieglitz das Vertrauen.

Staßfurt l Für Hauschild und Sieglitz votierten in der Beratung am Montagabend im Theatercafé alle 16 anwesenden Sozialdemokraten aus den zum Wahlkreis Staßfurt gehörenden SPD-Ortsvereinen Staßfurt sowie der Egelner Mulde.

"Das ist ein guter Einstieg", sagte Versammlungsleiter Eberhard Müller.

Hauschild, der hauptberuflich als Gesellschafter und Geschäftsführer eines Bildungsunternehmens in der Lutherstadt Eisleben tätig ist, sagte, er habe sich nach reiflicher Überlegung entschlossen, anzutreten. "Ich möchte ein Kandidat sein, der mit Sachverstand und Herz die Interessen der Menschen der Region vertritt", sagte der Staßfurter, der seit Jahren die SPD-Fraktion im Staßfurter Stadtrat führt, dort Vorsitzender des Sozialausschusses ist und auch im Kreistag mitarbeitet.

Als wichtigste Ziele nannte er eine positive Entwicklung des Wahlkreises, der den ehemaligen Landkreis Staßfurt umfasst, und die Verbesserung der Wirtschaftsförderung. Hauschild sagte, er wolle sich besonders mit den Problemen des ländlichen Raumes beschäftigen. "Es darf zu keiner weiteren Schließung von Schulen sowie von lebens- und liebenswerten Einrichtungen mehr kommen", fügte er hinzu.

Hauschild will auch einen Beitrag dafür leisten, dass die SPD auf Landesebene besser abschneidet als bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2011, wo sie auf 21 Prozent kam. "Ich bin seit 13 Jahren in der SPD und habe diesen Schritt nie bereut. Ich habe hier meine politische Heimat gefunden, in der ich mich wohl fühle", sagte Hauschild, der verheiratet ist und zwei erwachsene Kinder sowie fünf Enkel hat.

Wie Hauschild war auch Sebastian Sieglitz vom SPD-Ortsverein Staßfurt vorgeschlagen worden als es um die Frage ging, wer sich als Ersatzkandidat zur Verfügung stellt. Der 28-jährige gebürtige Staßfurter ist als Führungskraft bei einer Tochtergesellschaft der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) tätig und studiert derzeit. Mitglied der SPD ist Sebastian Sieglitz seit 2011. Er sieht mit der Bewerbung als Ersatzkandidat für sich den nächsten kleinen Schritt, um weitere Erfahrungen in der Politik sammeln zu können. Michael Hauschild sicherte er seine volle Unterstützung zu.

Wie der SPD-Stadtchef sieht auch Sieglitz die Verbesserung der Wirtschaftsförderung und der Infrastruktur als wichtig an.

Beide Kommunalpolitiker erhoffen sich Rückenwind von der Oberbürgermeisterwahl am vergangenen Sonntag in Staßfurt, wo Stadtratschef Sven Wagner mit einem Vorsprung von rund 800 Stimmen Amtsinhaber René Zok überrunden konnte.

Wagner sprach Montagabend von einer historischen Situation. "Wir hätten es nicht für möglich gehalten, dass die SPD erstmals seit 1933 in Staßfurt wieder einen Bürgermeister stellen kann. Darauf bin ich stolz", sagte er. "Es war ein Stimmungswechsel im Laufe des Wahlkampfes zu verzeichnen", so Wagner.

Ihm sei am Sonntagabend nach dem fulminanten Wahlkampf eine Last von der Schulter gefallen, räumte Wagner ein und dankte allen, die zum Erfolg beigetragen haben, insbesondere seinem Wahlkampfteam Roger Stöcker und Josie Reuter.

"Ich bin gut gerüstet und freue mich auf die Herausforderungen", sagte Wagner. Im Gegensatz zu Zok sei er der Auffassung, es sei sehr wichtig, eine politische Familie zu haben. Als Parteiloser wäre er nicht mit Hilfe der CDU zum Stadtratsvorsitzenden gewählt worden.

"Wir wünschen Dir ein gutes Händchen für die nicht immer leichten Entscheidungen, die in den nächsten Jahren für die Stadt Staßfurt und ihre Gemeinden anstehen. Das Zeug dafür hast Du", rief Versammlungsleiter Müller dem künftigen Rathauschef zu.