Die Pläne des Gierslebener Landwirtes Hermann Heukamp für eine neue Schweinemastanlage mit zwei Ställen für insgesamt 5184 Tiere in Neundorf, wo sein Vater Rainer Haukamp bereits 6904 Schweine mästet, nehmen Gestalt an. Am kommenden Donnerstag soll sich der Ortschaftsrat dazu positionieren.

Neundorf. Zu diesem Investitionsvorhaben am Ortsausgang in Richtung Warmsdorf, das mit rund 2,04 Millionen Euro veranschlagt wurde, gehören weiterhin ein Güllelagerhochbehälter mit einem Fassungsvermögen von 4082 Kubikmetern, die erforderlichen Technikräume und Sozialbereiche im Anbau von Stall 2, die Kadaverzwischenlagerung sowie Flüssiggasversorgungs und -verbrauchsanlagen mit einer Kapazität von 6400 Litern.

Bei der Umweltverträglichkeitsprüfung sei festgestellt worden, dass die Forderungen des Gesetzgebers an diesem Standort erfüllt werden, sagte Rainer Heukamp.

Wie die Planungschefin der Stadt Staßfurt, Anke Michaelis, in einer Stellungnahme an das Landesverwaltungsamt mitteilte, "hat der Antragsteller mehrere Gutachten eingereicht, die zu dem Ergebnis kommen, dass unzumutbare schädliche Umwelteinwirkungen auf schutzwürdige Nutzungen nicht zu erwarten sind." Damit sind die angrenzenden Wohnhäuser der Ascherslebener Straße 13, 14, 14a, 15, 15 a/b sowie 22 und der Schulweg 6 bis 9/9a gemeint.

Auch auf die Belange des Naturschutzes, der Landschaftspflege, des Boden- und Denkmalschutzes, des Erholungswertes sowie auf das Orts- und Landschaftsbild habe die neue Anlage laut Michaelis "keine relevanten Auswirkungen". "Da somit aus Sicht der Gemeinde öffentliche Belange nicht entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist, wird für das beantragte Vorhaben das gemeindliche Einvernehmen erteilt", schlägt die Ressortchefin dem Ortschaftsrat und dem Bauausschuss des Stadtrates vor. Letzterer wird sich am 2. Mai damit befassen.

Michaelis äußerte jedoch Bedenken, dass der angegebene und in der Prognoseberechnung berücksichtigte Wirkungsgrad der Abluftreinigungseinrichtung von mehr als 70 Prozent für Staub- und Ammoniak tatsächlich dauerhaft erreicht und nachgewiesen werden kann, insbesondere nach Reinigungsphasen und bei technischen Defekten.

Aus diesem Grund hält die Fachdienstleiterin neben einer kontinuierlichen Wartung durch den Anlagenbetreiber auch eine fortdauernde behördliche Überprüfung für mindestens fünf Jahre für zwingend erforderlich.

Mit dem Neubau sind laut Heukamp zwei neue Arbeitsplätze verbunden. Die 5184 Tiere sollen in der Zeit von 7 bis 16 Uhr von einem Beschäftigten betreut werden.

"Wenn dieses Vorhaben zur Genehmigung kommt, hätten wir am Ortsrand zwei Schweinemastanlagen mit insgesamt 12088 Tieren stehen. Da es schon jetzt eine erhebliche Belästigung durch die immer wieder auftretenden Gerüche gibt, die der Wind aus seiner Hauptrichtung West in den Ort und in die Gartenanlage in der Güstener Straße weht, möchte ich nicht wissen, wie es dann ist", sagte der stellvertretende Ortsbürgermeister Klaus Maaß (Linke).

Er hat den Unterlagen des Planers dieser Anlage entnommen, dass die Häufigkeit von "Geruchsstunden im Jahr" zwischen 15 Stunden in der Ascherslebener Straße und 9 Stunden in der Güstener Straße liegen werden. Maaß: "Dies werden wohl viele Neundorfer anders sehen beziehungsweise gerochen haben. Da im Raum Güsten auch ähnliches geplant ist, muss man sich fragen, sind solche Massentierhaltungen auf einigen wenigen Quadratkilometer nötig?" Maaß würde sich freuen, wenn die Neundorfer am 28. April um 18.30 Uhr den Weg in das Rathaus des Ortes finden würden, um dort ihre Meinung dazu kund zu tun.