Ob und wann es in diesem Jahr eine Badesaison im Strandsolbad in Staßfurt geben wird, steht derzeit noch in den Sternen. Es ist völlig unklar, wie das Grundwasser-Problem gelöst werden kann. Doch ganz aufgeben wollen die Bungalow-Besitzer, die seit Jahrzehnten auf dem Terrain leben, nicht. Darum starteten sie auch in diesem Jahr wieder eine große Frühjahrsputzaktion.

Staßfurt. "Wir wollen unseren Beitrag leisten", sagte Günther Engelhard gestern Vormittag stellvertretend für die Helfer beim Arbeitseinsatz. Seit fünf Jahren etwa kümmern sich die 43 Mitglieder des Bungalow-Vereins Strandsolbad 1990 um die Außenanlagen am Bad. Etwa drei Hektar gilt es vom Winterdreck zu befreien. Hecken müssen gekürzt, Laub zusammengeharkt und Rosen zurückgeschnitten werden. Ein ordentlicher Haufen Abfall kommt da zusammen. Gestern Vormittag wuchs der um einen gehörigen Anteil an.

"Staßfurts Oberbürgermeister René Zok hat mir zugesagt, dass die Abfälle in dieser Woche abgefahren werden", erklärt Engelhard, der seit der Gründung des Vereins Vorsitzender ist. Auf einem Rundgang über das Gelände des Strandsolbades merkt man dem 69-Jährigen den Stolz auf das Salzbad an. Aber auch die Traurigkeit. Das Wasser steht weit über den Sandstrand hinaus, die Terrasse der Gaststätte ist überflutet, nur der Sprungsteg treibt auf dem Wasser. "Seit 40 Jahren bin ich hier. So etwas hatten wir noch nie", erinnert sich Engelhard.

Mit "so etwas" ist der hohe Grundwasserstand gemeint, der das Salzwasser über das Ufer drückt. Ein wenig ist das Nass zurückgegangen. Doch von Normalität ist noch lange nicht zu sprechen. Lösungsansätze gibt es derzeit nicht. Oberbürgermeister Zok plädierte nach Absprache mit der Stadtverwaltung für eine Schließung in diesem Jahr, der Stadtrat sprach sich dagegen aus.

Die entscheidende Frage ist, wie das Wasser abgepumpt werden kann und ob das auch langfristig etwas bringt. "In Güsten haben sie schon für 17000 Euro Wasser abgepumpt, gebracht hat es nichts. Das Grundwasser ist nachgelaufen", sagt Engelhard. Und weiter: "Die Feuerwehr kann nur zwei Tage am Stück mit ihren Pumpen arbeiten. Dann müssen die gespült werden, weil sonst die Legierung wegen des Salzgehaltes Schaden nimmt, hat der Hersteller erklärt", sagt der Vereinsvorsitzende, der auch Alterskamerad in der Freiwilligen Feuerwehr ist.

Seit sieben Jahren genießt Frank Rompf die Bungalow-Idylle am Strandsolbad. "Hier ist es immer schön und ich liebe das Salzwasser", sagt der Hannoveraner, der, so oft es geht, nach Staßfurt kommt und gestern kräftig beim Arbeitseinsatz mithalf. Dass in diesem Jahr die Badesaison vielleicht ausfällt, daran will Rompf gar nicht denken. Und auch Engelhard nicht. Der Vereinsvorsitzende sieht langfristig ein Problem: "Es stehen schon Bungalows leer. Aber wer will die haben, wenn das Wasser bleibt?"