Staßfurt ( rk ). Immer mehr Bürger unterstützen den Kampf der städtischen Klinik-Arbeitsgruppe, den Krankenhausstandort Staßfurt in seiner derzeitigen Leistungsfähigkeit zu erhalten.

" Wir sind auch wie der Oberbürgermeister dafür, für unser Krankenhaus zu demonstrieren ", sagten Inge und Horst Bialek aus Staßfurt gestern am Lesertelefon. " Alle Leute sollten auf die Straße gehen, denn die Klinik muss erhalten bleiben, so wie sie ist ", fordert das Paar. Es wäre schade, wenn noch mehr Leistungen abgebaut würden, wo der Standort doch gerade für die Staßfurter sehr günstig sei.

" Wir brauchen unser Krankenhaus in Staßfurt ", betonte Volksstimme-Leserin Gerlinde Sydow aus Staßfurt. Alles, so beklagte sie, " nimmt man uns weg. " Erst war es das Institut für Lehrerbildung, dann die Frauenklinik, später das Amtsgericht. " Und das bisschen, was wir hier noch haben, will man sich auch noch holen ", sagte Gerlinde Sydow unter Hinweis auf die geplante Schließung der Chirurgie und der OP-Säle.

Die Staßfurterin verwies darauf, dass in der Stadt und im Umfeld viele alte Menschen wohnen, die auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen sind. Damit kämen sie aber nur schwer nach Aschersleben. " Wir brauchen das Krankenhaus in Staßfurt !"

Ursel Neugebauer dankte gestern dem Chef des Sodawerkes, Ulrich Eichhorn, und allen, " die sich für unser Krankenhaus einsetzen, das unbedingt bleiben muss. " Dem Oberbürgermeister empfiehlt sie, Finanzminister Jens Bullerjahn ( SPD ) nach Staßfurt einzuladen. Dann könnte er ihm mitteilen, dass der Erhalt des Staßfurter Krankenhauses und der OP-Säle ein Beitrag zum Sparen sei, im Gegensatz zu den geplanten Investitionen in Aschersleben, Bernburg und Schönebeck.

So denkt auch Manfred Böhme : " Dann könnte der Minister bei der Demo erklären, wie man 35 Millionen Euro, die das Staßfurter Krankenhaus gekostet hat, so einfach in den Sand setzen kann. Und auch die Folgemillionen für die Klinikpläne. "

Außerdem sollten endlich mal Zahlen auf den Tisch. Es könne doch nicht angehen, dass ein Haus, das schwarze Zahlen schreibe, wie Staßfurt, bluten soll für andere, die mit Defiziten arbeiten. Im Übrigen gefalle es Manfred Böhme, dass auch mal ein Bürgermeister zu einer Demo aufrufe.

" Ich finde den Vorschlag, zu einer Demo aufzurufen, sehr gut ", meinte auch Karin Hundt aus Löderburg. Für den Anstoß dazu dankt sie dem Chef des Sodawerkes, Ulrich Eichhorn und Oberbürgermeister René Zok, dass er die Initiative dazu ergriffen hat. " Ich hoffe, dass sich viele Bürger anschließen. Sie sollten sich nicht einschüchtern lassen ", sagte die Löderburgerin. Aus ihrer Sicht hätte das alles viel eher passieren müssen, denn es sind schon viele gute Ärtze weg.